Dissertation: Entscheidung zu Crack?

Entscheidung zu Crack?

Eine handlungstheoretische Erklärung des Crackkonsums

Forschungsergebnisse zur Suchtprävention, Band 6

Hamburg 2006, 462 Seiten
ISBN 978-3-8300-2250-3

Crack, Empirische Untersuchung, Gesundheitswissenschaft, Handlungstheorie, Medizin, Rational Choice, Soziologie, Sucht, Suchtprävention

Zum Inhalt

Konsumenten von Crack: Selbstbestimmte Entscheider oder Marionetten ihrer Sucht? Letzterem entsprechend wird in der medialen Darstellung Crack häufig als „teuflische“ Droge dargestellt, deren Gebrauch in eine sofortige und unwiderrufbare Sucht mündet. Die Konsumenten entwickeln sich dabei zu aggressiven und unkontrollierten Wesen. Die Gründe für diese öffentliche Sichtweise über die Folgen des Crackkonsums ist dabei vor allem auf die mediale Berichterstattung in den USA in den 80er Jahren zurückzuführen.

Welche der beiden möglichen Sichtweisen zutrifft, wird mit Hilfe einer Befragung von 30 Cracknutzern anhand folgender forschungsleitender Fragestellungen untersucht: Handelt es sich bei Crack um eine Droge, welche die Konsumenten unausweichlich zu aggressiven und unkontrollierten ‘Marionetten’ ihrer Sucht werden lässt oder kann der süchtige Konsum dieser Substanz vielmehr als Endstadium einer langen vorausgegangenen Drogenkarriere betrachtet werden, der nur auf einen kleinen Konsumentenkreis zutrifft? Welche Konsummodi existieren tatsächlich unter den Crackkonsumenten und inwieweit lassen sich diese handlungstheoretisch i. S. bewusster Wahlalternativenentscheidungen interpretieren? Welche gesellschaftlichen Determinanten beeinflussen den Handlungs- und Entscheidungsprozess der Crackkonsumenten? Inwiefern wirken das Setting und die vorhandenen Restriktionen der Konsumenten auf deren Konsummodus sowohl zum Zeitpunkt des erstmaligen Crackgebrauchs als auch zum Zeitpunkt des fortgesetzten bzw. beendeten Konsums dieser Droge ein?

Die meisten bisher vorhandenen Studien zum Substanzmissbrauch erheben Daten zu Art und Ausmaß des Konsums, um Entwicklungstrends im Konsumverhalten aufzeigen zu können. Die lebensweltorientierten Hintergründe und Ursachen des Drogengebrauchs werden dabei weitestgehend ausgeblendet, so dass empirisch fundierte Aussagen zu den Erklärungsvariablen des Rauschmittelkonsums hierdurch nicht möglich sind. Die Untersuchung überwindet durch die Berücksichtigung der konsumbeeinflussenden Lebenswelt der Konsumenten die Grenzen der quantitativen Studien und gibt Aufschluss über die motivationalen und kognitiven Ursachen des Drogenkonsums.



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