Doktorarbeit: Wettbewerbsrechtliche Grenzen der Abwerbung von Arbeitskräften

Wettbewerbsrechtliche Grenzen der Abwerbung von Arbeitskräften

Zugleich ein Beitrag zum Stand des Schutzes von Unternehmensgeheimnissen beim Arbeitsplatzwechsel

Studienreihe wirtschaftsrechtliche Forschungsergebnisse, Band 85

Hamburg 2006, 454 Seiten
ISBN 978-3-8300-2243-5 (Print/eBook)

Behinderung, Betriebs- und Geschäftsgeheimnis, Betriebsgeheimnis, Geschäftsgeheimnis, Headhunting, Mitarbeiterabwerbung, Rechtswissenschaft, Unlauterer Wettbewerb, Vertragsbruch

Zum Inhalt

Ein Stamm qualifizierter Mitarbeiter stellt für jedes Unternehmen die Basis erfolgreicher wirtschaftlicher Betätigung dar. Der Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte ist auch in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit besonders ausgeprägt. Versuche, Fach- und Führungspersonal durch Abwerbung von Konkurrenzunternehmen zu rekrutieren, gehören deshalb seit jeher zu den alltäglichen Erscheinungen des Wirtschaftslebens. Die Praxis wird dabei mit immer komplexeren Erscheinungsformen der Personalabwerbung befasst und vor die Aufgabe gestellt, deren rechtliche Grenzen festzulegen.

Aufgrund der Vielzahl der beteiligten Interessen sind mit der Abwerbung der benötigten Arbeitskräfte vielschichtige rechtliche Probleme verbunden. Dies führt zu erheblichen Unsicherheiten für die wirtschaftlich Agierenden. Aus Sicht aktueller wie potenzieller Arbeitgeber stellt sich die wirtschaftlich bedeutsame Frage, wann Versuche der Abwerbung von Mitarbeitern zulässig sind und mit welchen rechtlichen Maßnahmen ihnen im Fall der Unzulässigkeit begegnet werden kann. Ihre sach- und interessengerechte Beantwortung fällt der Rechtsprechung häufig ausgesprochen schwer. Anhaltspunkte für die Beurteilung bieten nur wenige, nicht selten betagte höchstrichterliche Präjudizien, was die Rechtsunsicherheit naturgemäß verstärkt.

Ziel der Untersuchung ist die Darlegung von Leitlinien, die den Beteiligten als praktische Orientierung für ihr Verhalten im Wettbewerb um Arbeitskräfte dienen. Zugleich werden gesetzliche Schutzlücken aufgezeigt, wenn es darum geht, effektiven Rechtsschutz gegen Abwerbeversuche zu erlangen. Dazu werden die unter wirtschaftlichem Blickwinkel praktisch bedeutsamen Abwerbeformen einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Michael Schmeding geht aber auch den sich aus wissenschaftlicher Sicht stellenden dogmatischen Problemen nach, die die Bewertung der Mitarbeiterabwerbung aufwirft. Vorhandene Leitentscheidungen und tradierte Wertungen werden auf den Prüfstand des modernisierten Lauterkeitsrechts gestellt. Die UWG-Reform hat indes auch neue Fragen hinsichtlich der rechtlichen Würdigung von Abwerbemaßnahmen aufgeworfen, die den wissenschaftlichen Diskurs fordern.

Häufig geht mit dem abwerbungsbedingten Verlust von wichtigen Mitarbeitern auch die Gefahr des Abflusses von wichtigen Betriebsinterna des bisherigen Arbeitgebers einher. Der Verfasser beschränkt sich daher nicht auf die Untersuchung der lauterkeitsrechtlichen Schranken praxisrelevanter Abwerbemaßnahmen. Er behandelt zugleich die für betroffene Unternehmen nicht minder wichtige Frage, welchen Schutz die gesetzlichen Regelungen und ihre Handhabung durch die Praxis in Fällen der Bedrohung von Geschäftsgeheimnissen gewähren.



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