Dissertation: Demokratie-Lernen im Politikunterricht durch Lebensweltanalysen

Demokratie-Lernen im Politikunterricht durch Lebensweltanalysen

Über das Ich hinaus

Didaktik in Forschung und Praxis, Band 30

Hamburg 2006, 302 Seiten
ISBN 978-3-8300-2242-8

Demokratiepädagogik, Hauptschule, Lebenswelt, Pädagogik, Politikdidaktik, Politikunterricht, Politische Bildung, Soziale Perspektivenübernahme, Unterrichtsplanung

Zum Inhalt

Zielt der Politikunterricht auf Demokratie- oder Politik-Lernen ab? Und: Ist demokratisch-politische Bildung dem Unterricht an Gymnasien vorbehalten? Zu diesen Fragen werden unterrichtsrelevante Antworten entwickelt.

Die universitäre Politikdidaktik ist sich über ihre Zielsetzung der Demokratieerziehung einig. Gleichwohl finden seit einiger Zeit innerdisziplinäre Auseinandersetzungen über die inhaltlichen Schwerpunkte des Faches Politik statt. Während die erste Gruppe von Didaktikern in Politik den Kern politischer Bildung sieht, zielt eine zweite Gruppe auf eine Ausweitung des Faches durch ökonomische, sozialwissenschaftliche und rechtliche Aspekte als gleichberechtigte Inhalte neben der Politik ab. Die dritte Richtung in dieser Auseinandersetzung ist als Demokratie-Lernen zu bezeichnen.

Detlef Eichner entwickelt in experimentellem Verständnis ein an den Erfordernissen der Unterrichtspraxis ausgerichtetes Modell zum Demokratie-Lernen. Hierzu werden zunächst didaktisch relevante Aspekte der Demokratie hergeleitet und in durch Unterricht zu bearbeitende Aufgabenfelder überführt. Der Erziehung und Bildung mündiger Bürger kommt hierbei besondere Bedeutung zu. Um die Bürgerrolle in der Demokratie wahrnehmen zu können, bedarf es des Zusammenspiels systemischen Wissens und der Entwicklung einer an der Menschenwürde sowie den Grundwerten ausgerichteten sozialen Verhaltensnorm.

Nach Ergebnissen der Jugendforschung lässt sich bei heutigen Heranwachsenden eine weit verbreitete Neigung zu selbstzentriertem und damit wenig demokratieförderlichem Verhalten feststellen. Dieser Neigung sollte durch demokratisch-politische Bildung entgegengewirkt werden. Hierzu entwickelt der Verfasser theoriegeleitet ein Modell zur Lebensweltanalyse und untersucht dieses auf seine Anwendbarkeit in Planung und Durchführung von Politikunterricht.

Die Auswertung einer in der Hauptschule durchgeführten Unterrichtseinheit zeigt: Das Modell der Lebensweltanalyse stellt eine praktikable Möglichkeit zur Erweiterung und Vertiefung demokratisch-politischer Bildung im Unterricht dar.



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