Forschungsarbeit: Metaphorik und Metonymie im Deutschen

Metaphorik und Metonymie im Deutschen

Untersuchungen zum Diskurspotenzial semantisch-kognitiver Räume

PHILOLOGIA – Sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 97

Hamburg 2007, 374 Seiten
ISBN 978-3-8300-2227-5 (Print/eBook)

Computervirus, Diskurslinguistik, Kodifizierung, Kognitive Linguistik, Konzeptualisierung, Metapher, Metonymie, Semantik, Sprachwissenschaft

Zum Inhalt

Nur selten ist es möglich, den Ursprung einer bestimmten sprachlichen Erscheinung präzise anzugeben. Im Falle des in diesem Buche untersuchten Phänomens „Computerschädlinge“ ist es möglich, diesen Ursprung zu finden. Der Ausdruck Virus taucht im Rahmen des Fachdiskurses zur Computertechnologie erstmals 1983/84 im englischen Sprachraum auf. Seitdem hat sich auch im Deutschen die Bezeichnung Virus, später auch Computervirus, als Ausdruck des Wissens um „Computerschädlinge“ verbreitet.

Dieses Buch setzt sich zum Ziel, das sich seit etwas mehr als 20 Jahren entwickelnde Diskurspotenzial, das von Computervirus ausging und ausgeht, vor dem Hintergrund kognitionslinguistischer Theorieansätze mit seinen möglichen Auswirkungen auf diskursanalytische Ansätze zu beschreiben. Fragen der Erzeugung, Gestaltung und Anwendung semantisch-kognitiver Strukturen und von Diskurspotenzialen stehen im Mittelpunkt der Darstellungen. Bisherige Theorieansätze, die mehr oder weniger deutlich die Phänomene Metapher und Metonymie zum Hauptgegenstand hatten, sollen daraufhin kritisch geprüft werden, in welcher Weise kognitionslinguistische und diskurslinguistische theoretische Ansätze miteinander in ein komplementäres oder sogar integratives Theoriekonzept zu bringen wären.

Einschlägige, mitunter richtungweisende Fachliteratur vor allem der letzten zwei Jahrzehnte bilden die Grundlage kritisch-argumentativer Auseinandersetzungen im theoretisch-methodischen Bereich, sodass es weniger um ein resümieren der Diskussionslage zum Thema geht. Ein selbst erstelltes Korpus zum Phänomen „Computervirus“, das aus verschiedenen, weit verbreiteten und leicht zugänglichen Quellen der deutschen Computerpublizistik und z.T. der allgemeinen Publizistik schöpft, bildet die Grundlage der empirischen Arbeit an den sprachlichen Repräsentationen des Wissens um „Computerschädlinge“. Im Kapitel 1 werden kognitionslinguistische Ansätze vorgestellt und diskutiert, wobei immer wieder Augenmerk auf Verbindungen zum Diskurs gelegt wird, wobei Argumentationen, Diskussionen und Besprechungen der vorliegenden Theorieansätze dominieren. Kapitel 2 widmet sich speziell den Fragen des Diskurses, wie er unter linguistischen Aspekten aufgefasst werden kann, wobei hier – in Umkehrung des Kapitels 1 – nach Verknüpfungspunkten und Schnittstellen zu kognitionslinguistischen Ansätzen gesucht wird. Das Kapitel 3 geht auf gegenwärtige Probleme der Metaphern- und Metonymieforschung ein und bildet den Übergang zum Kapitel 4, worin der o.g. Korpus zu „Computerschädlingen“ als sprachlicher Ausdruck eines Diskurskonzeptes zwei Analysen unterzogen wird. Das Kernstück der Analysen bildet die Rekonstruktion der konzeptualisierten (=semantisch-kognitiven) Verhältnisse im Wissen um „Computerschädlinge“ anhand der Erfassung, Beschreibung und Erklärung der sprachlichen Gegebenheiten, die dieses Wissen zum Ausdruck bringen und dadurch im Rahmen der Diskursdomäne EDV/IT das konzeptualisierte Diskurskonzept „Gefahr/Bedrohung“ kommunizierbar machen.



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