Forschungsarbeit: Persönlichkeitsentwicklung verhaltensgestörter Kinder und Jugendlicher

Persönlichkeitsentwicklung verhaltensgestörter Kinder und Jugendlicher

Ergebnisse einer prospektiven Längsschnittstudie

Schriften zur Entwicklungspsychologie, Band 10

Hamburg 2006, 280 Seiten
ISBN 978-3-8300-2144-5 (Print/eBook)

Rezension

[...] In Weiterführung ihrer einschlägigen früheren Publikationen legen [die Verfasser] die Dokumentation einer von 1994 bis 2004 durchgeführten Längsschnittstudie zu Persönlichkeitsentwicklung und Daseinsbewältigung verhaltensauffälliger Jugendlicher in Leipzig vor. [...]
Es sei vorab gesagt, dass diese wissenschaftliche Studie an Akribie und Präzision sowohl in der Datengewinnung als auch der gedruckten Präsentation kaum überboten werden kann. Das nimmt dem Text durchaus nicht seine Lesbarkeit, wenn man auch an die Hunderte von Tabellen mit einer spezifischen Aufmerksamkeit herangehen muss. Das gesamte Instrumentarium für die Arbeitsvorgänge sowie die Arbeitsprozesse selbst bis zur Formulierung der Ergebnisse werden minutiös offen gelegt. [...]
Die Prüfung der Hypothese 8 (S. 256) in Zusammenfassung der vorherigen Detailerhebungen muss die Aufmerksamkeit der Leser von DPM wecken. Es geht um die hier nachgewiesenen negativen Auswirkungen der Trennungen der Eltern, des Fehlens einer Vollfamilie sowie der Adoption auf die kindliche Persönlichkeit. [...]
Es scheint in diesem Forschungsbericht, der so sorgfältig den Elementen der Persönlichkeiten, der Sozialisationen und der Temperamente nachgeht, der bündige Beweis gebracht, wie sehr Trennungen und Scheidungen der Eltern ihren Kindern schaden können. Zumindest stehen sich jetzt in der Diskussion nicht mehr die Aussagen über Schädlichkeit und Nichtschädlichkeit der Elterntrennung für die jüngere Generation gleich begründet gegenüber, wie es ernste Forscher nach fünfundzwanzig Jahren der Debatte bisher annahmen.

Hans Kramer, in:
De processibus matrimonialibus, DPM 13/2006

Betreuung, Entwicklungspsychologie, Jugendliche, Kinder, Längsschnittstudie, Persönlichkeitsentwicklung, Psychologie, Verhaltensstörung

Zum Inhalt

Christine Ettrich ist Professorin für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie und leitet die gleichnamige Klinik an der Leipziger Universität. Die Autorin behandelt seit Jahrzehnten verhaltensgestörte Kinder und Jugendliche und hat schon viel zu diesem Thema publiziert.

Klaus Uwe Ettrich ist Professor für Entwicklungspsychologie. Seine Forschungen konzentrieren sich auf Veränderungen in der menschlichen Lebensspanne vom Kleinkind über das Jugendalter bis hin zum höheren Lebensalter. Dabei stellen Probleme des gestörten Sozialverhaltens einen seiner wesentlichen Forschungsschwerpunkte dar.



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