Doktorarbeit: Intrapsychische Entwicklungen in der Familientherapie bei drogenabhängigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Intrapsychische Entwicklungen in der Familientherapie bei drogenabhängigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Eine kontrollierte Verlaufsuntersuchung an den Indexpatienten, ihren Eltern und Geschwistern

Forschungsergebnisse zur Suchtprävention, Band 5

Hamburg 2005, 144 Seiten
ISBN 978-3-8300-2001-1

Drogen, Frühintervention, Gesundheitswissenschaft, Jugendliche, Medizin, Opiate, Psychiatrie, Psychotherapie, Suchtforschung

Zum Inhalt

Die familientherapeutische Frühbehandlung des Drogenmissbrauchs nach dem „Eppendorfer Modell“ fokussiert auf die Interaktion in der Familie. Die Interventionen zielen darauf ab, Veränderungen im interpersonalen Bereich anzustoßen. Aus familiendiagnostischer Perspektive stehen also die Organisationsebenen der Dyade und des Familiensystems im Vordergrund.

Dieses Buch richtet nun den Blick auf die Ebene des Individuums: untersucht werden Veränderungen des Erlebens und Verhaltens der Therapieteilnehmer, also der drogenabhängigen Indexpatienten, ihrer Eltern und ihrer Geschwister.

Das für die Untersuchung verwendete Instrument ist der Psychische und Sozialkommunikative Befund (PSKB), ein Befundbogen zur standardisierten Dokumentation im Rahmen des tiefenpsychologisch fundierten Interviews. Der PSKB beschreibt Auffälligkeiten vor allem des kommunikativen und sozialen Verhaltens, die der Untersucher im Gespräch mit dem Probanden erlebt oder exploriert. Dabei wird die operationalisierte Erfassung der Merkmale in eher alltagssprachlich beschreibender Form und weniger diagnostisch interpretierend vorgenommen.

Den vor Beginn und nach Abschluß der Therapie erhobenen Befunden werden die Ergebnisse zweier Referenzgruppen gegenübergestellt: Familien mit abhängigem Jugendlichen vor Beginn einer Suchtbehandlung und Familien mit psychiatrisch unauffälligen Peers.

In den Ergebnissen der Therapieteilnehmer weist der PSKB vielfältige Entwicklungen und Reifungsprozesse nach. So kann etwa gezeigt werden, dass neben den Indexpatienten besonders die Mütter - deren emotionales Engagement für das süchtige Kind sich in einer deutlichen Belastung durch psychische und körperliche Symptome äußert – persönlich von der Therapie profitieren. Weiterführende Fragen, die darüber hinaus aufgeworfen werden, betreffen z.B. Auffälligkeiten im Kontaktverhalten sowohl der Indexpatienten als auch ihrer Angehörigen oder die Merkmalsprofile der behandelten Familienmitglieder, die zu einer Diskussion möglicher Prädiktoren für den Erfolg einer familientherapeutischen Behandlung beitragen können.



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