Doktorarbeit: „Ich bin eine feine Monarchiemischung“ Identitätskonstruktionen in Friedrich Torbergs nichtfiktionalen Texten

„Ich bin eine feine Monarchiemischung“ Identitätskonstruktionen in Friedrich Torbergs nichtfiktionalen Texten

POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 85

Hamburg 2005, 264 Seiten
ISBN 978-3-8300-1993-0

Friedrich Torberg, Habsburgmythos, Identität, Judentum, Kaffeehausliteratur, Kulturpolitik, Literaturwissenschaft, Österreich

Zum Inhalt

Der österreichisch-jüdische Schriftsteller Friedrich Torberg kehrte 1951 aus dem amerikanischen Exil in seine Heimatstadt Wien zurück. Innerhalb kurzer Zeit gelang es ihm, sich als Theaterkritiker in Österreich einen Namen zu machen und als streitbarer, konservativer Kultur- und Zeitkritiker bekannt zu werden. Zusammen mit Alexander Lernet-Holenia und anderen gründete er die Zeitschrift FORVM, die er von 1954 bis 1965 leitete. Das Magazin FORVM stand über den Kongress für die Freiheit der Kultur, der seinen Sitz in Paris hatte, in engem Kontakt zu den USA und verfolgte eine streng antikommunistische Linie. Torberg verfügte mit seiner redaktionellen, kulturpolitischen Arbeit über großen Einfluss im Nachkriegsösterreich, so war er neben Ernst Haeusserman und Hans Weigel mitverantwortlich für den so genannten Brechtboykott. Von 1956 bis 1963 konnten sie verhindern, dass Stücke von Bertolt Brecht auf Wiener Bühnen gespielt wurden.

Die Autorin zeigt auf, wie Torberg an seinem öffentlichen Image arbeitete und sich aus verschiedenen Bereichen eine Identität konstruierte, die ihm half, sich in der Kulturpolitik Österreichs zu etablieren. Die Analyse von Torbergs nichtfiktionalen Texten, wie Essays, Zeitschriftenartikeln sowie veröffentlichten und nicht veröffentlichten Briefen, dient als Grundlage für die Betrachtung von Torbergs Identitätskonstruktion.

Im Zentrum der Untersuchung stehen dabei Torbergs jüdische und politische Identität und seine Identität als Schriftsteller. Das Zusammenspiel seiner Identitätsteile wird betrachtet im Hinblick auf Konflikte und Widersprüche und ihren Einfluss auf Konstanten und Brüche in Torbergs Biografie. Darüber hinaus wird die Frage geklärt, ob Torbergs Versuch, eine authentische, kohärente Identität zu schaffen, erfolgreich war.

Das Phänomen der öffentlichen Person Torbergs war bislang nicht Gegenstand der Forschung. Dieses Buch zeigt Friedrich Torberg nun aus einer Perspektive, die weit über die Wahrnehmung Torbergs als Autor des Schüler Gerber und der Tante Jolesch hinausgeht.



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