Dissertation: Währungsexposure und Bankkredit

Währungsexposure und Bankkredit

Eine modelltheoretische Interpretation des Paradigmenwechsels im Bonitätsrisikopotenzial der Wechselkurse

Finanzmanagement, Band 26

Hamburg 2005, 458 Seiten
ISBN 978-3-8300-1800-1 (Print)

Betriebswirtschaftslehre, Bonitätsrisiko, Internationalisierung, Optionspreistheorie, Risikomanagement, unternehmenswertbasierte Verfahren, Volkswirtschaftslehre, Wechselkurs

Zum Inhalt

In der Diskussion um die Risiken der Bankleihe haben sich Bonitätsrisiken allmählich zu einem „Datum“ entwickelt. Im Umfeld von sinkenden Margen des Kreditgeschäfts und diametral steigenden Aufwendungen für die mit der Geldleihe verbundenen Risiken konnte dagegen ein wachsendes Managementbewusstsein für eine dynamische Risikobetrachtung vor allem anhand der Erfolge auf dem Gebiet der Verknüpfung von Zins- und Bonitätsänderungen erzielt werden. Umfassendere analytische Ausführungen zum Bonitätsrisikogehalt von Wechselkursänderungen unter normalen Marktbedingungen fehlten jedoch bislang.

Der vorliegende optionspreistheoretische Ansatz behandelt Wechselkurs- und Bonitätsänderungen erstmals in einem integrierten und geschlossenen Modellrahmen, ohne hierbei Extremitäten der Marktentwicklungen unterstellen zu müssen. Die Arbeit bietet einen umfassenden Einblick in die Entstehung, Identifikation und Messung des ökonomischen Währungsexposure nichtfinanzieller Unternehmen. Vor diesem Hintergrund gelingt es völlig neue Einblicke in die Wirkungsweise kontrahentenspezifischer Wechselkurseinflüsse auf die Ausfallrisikosituation der Gläubigerbank zu gewinnen sowie Defizite und Potenziale der existierenden Kreditrisikomanagementpraktiken kritisch zu beleuchten.

Zweckgemäß wird in dieser Untersuchung einem differenzierten Begriffsverständnis von Bonitätsrisiken gefolgt. Unter „wechselkursinduziertem Bonitätsrisiko“ wird die Gefahr einer wechselkursänderungsbedingten Verschlechterung der Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers mit der Folge eines zwischenzeitlich niedrigeren Marktwertes des Kreditgeschäfts einschließlich eines fälligkeitsbezogenen Ausfalls bzw. Zahlungsverzugs des Schuldners aufgefasst. Entgegen der üblichen Vorgehensweise statistisch-ökonometrischer Ansätze werden Wechselkurseinflüsse nicht nur als systematischer Risikofaktor im Bonitätsrisikokalkül der Bank erkannt, sondern auch - und vor allem - als unternehmensspezifische Risikokomponente. Diese Komponente, die in der Gestalt des ökonomischen Währungsexposure des Kreditnehmers identifiziert wird, wird maßgeblich durch die Einzelmerkmale des finanz- und realwirtschaftlichen Bereichs des kreditierten Unternehmens geprägt. Insbesondere unter Aspekten der Kreditrisikodiversifikation erscheint die Kenntnis des schuldnerindividuellen Währungsexposure deshalb unabdingbar.



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