Doktorarbeit: Effekte des Einsichtswinkels auf die visuelle Leistung an Flachbildschirmen

Effekte des Einsichtswinkels auf die visuelle Leistung an Flachbildschirmen

Der Bildschirm-Aufsteiger zeigt Schwächen

Schriften zur Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie, Band 15

Hamburg 2005, 560 Seiten
ISBN 978-3-8300-1715-8 (Print/eBook)

Arbeitspsychologie, Bildschirmnutzer, Blickwinkel, Flachbildschirm, human computer interaction, Liquid Crystal Display, Psychologie, Thin Film Transistor, visuelle Leistung

Zum Inhalt

Einen Flachbildschirm von der Seite betrachten und dadurch ein qualitativ schlechteres Bild sehen als von vorne: Falls Ihnen diese Situation bekannt vorkommt, ist Ihnen die grundlegende Darstellungsschwäche dieses Bildschirmtyps und damit die Thematik dieser Arbeit vertraut.

LCD TFTs (Liquid Crystal Displays mit Thin Film Transistor Technologie) verdrängen in Beruf und Freizeit zunehmend die bis dato gebräuchlichen Röhrenmonitore. Der Siegeszug dieser Displaygeneration lässt sich durch mehrere Faktoren erklären. Neben optischen und praktischen Vorzügen, die sich aus der Bauart ableiten lassen, sowie einem konkurrenzfähigen Preis werden auch häufig ergonomische Vorteile genannt. Die Flimmerfreiheit verbindet sich mit hohen Helligkeits- und Kontrastwerten, die im Vergleich zum Röhrenmonitor zu nachgewiesenen Wahrnehmungsvorteilen und geringeren Belastungen des Nutzers führen.

Eine wesentliche Darstellungsschwäche der LCD TFTs wurde bisher nur unzureichend berücksichtigt. Es handelt sich um messbare Schwankungen der photometrischen Maße Leuchtdichte und Kontrast je nach Displayposition und gewähltem Einsichtswinkel auf das Display. Dieses Phänomen wird Anisotropie genannt (griech.: „nicht an allen Stellen gleich“). Mit zunehmendem Blickwinkel werden die hellen Bereiche dunkler und die dunklen Bereiche heller, was wiederum den Kontrast als Verhältnis zwischen hell und dunkel herabgesetzt. Die Bilddarstellung kann als Folge zwischen „noch keine Veränderung sichtbar“ bis hin zu „keine Wahrnehmung mehr möglich“ beeinträchtigt werden. Offen blieb bisher, ob und in welchem Ausmaß die visuelle Wahrnehmung des Nutzers durch Anisotropie beeinflusst wird.

Gröger untersucht diese Frage mittels der gezielten Verknüpfung von photometrischen Eigenschaften und psychologischen Leistungsparametern. Im Labor wurden verschiedene Arbeitssituationen mit unterschiedlichen Bildschirmtypen, -einstellungen, Einsichtswinkeln und Umgebungsbedingungen nachgebildet. Mittels arbeitspsychologischer Experimente und statistischer Analyseverfahren wurde die Wirkung von Anisotropie auf visuelle Leistungsparameter (Erkennungsleistung und -genauigkeit) ermittelt. Zusätzlich wurden Vergleiche mit dem geringer anisotropen aber flimmernden Röhrenmonitor durchgeführt. Gröger gelingt es, das Thema wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig praxisorientiert zu behandeln. Aufbauend auf den experimentellen Befunden leitet er Empfehlungen für die Weiterentwicklung von Displaynormen und für die Arbeit am Flachbildschirm ab.



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