Dissertation: Der Protagonist im Erzählwerk Thomas Bernhards

Der Protagonist im Erzählwerk Thomas Bernhards

Studien zur Germanistik, Band 8

Hamburg 2004, 426 Seiten
ISBN 978-3-8300-1408-9

Rezension

Grabher hält sich an verlässliche Quellen, die Werke selbst und an Biographien, zieht viele Querverweise und nimmt sich sowohl der Analogien als auch der individuellen Merkmale der Hauptfiguren an [...] Die Dissertation empfiehlt sich als wissenschaftliche Betrachtung und dank ihrer Struktur und Sprache auch für den/die am Werk Thomas Bernhards interessierte/n LeserIn.

Ulrike Breit, in:
Neue Vorarlberger Tageszeitung, Neue Vorarlberger Tageszeitung

Epik, Erzählforschung, Literaturwissenschaft, Neuere Deutsche Literatur, Österreichische Literatur, Prosa, Thomas Bernhard

Zum Inhalt

Wer eine wissenschaftliche Abhandlung zur Prosa Thomas Bernhards liest, der sieht sich bald mit dem Begriff des „Geistesmenschen“ konfrontiert. Ein Terminus, den der Autor für seine Figuren, vor allem seine Protagonisten verwendet hat und der bereitwillig von Feuilletons und Literaturwissenschaft übernommen wurde. Die verallgemeinernde Titulierung führte zu der Tendenz, diese Bezeichnung synonym für die verschiedenen Bernhardschen Hauptfiguren zu verwenden. Wenn nun all jene vereinheitlicht werden, bleibt die Differenzierung auf der Strecke und die Figuren laufen Gefahr, ihre Individualität einzubüßen.

Eine Analyse der bedeutendsten Bernhardschen Prosatexte – „Frost“ (1963), „Verstörung“ (1967), „Das Kalkwerk“ (1970), „Korrektur“ (1975), „Holzfällen“ (1984), „Alte Meister“ (1985) und „Auslöschung“ (1986) dient als Grundlage für eine differenzierte Betrachtung von Bernhards „Helden“. Am Ende der Untersuchung folgt eine aufschlussreiche Bilanz.

Eine Besonderheit des Bandes macht die neue wissenschaftliche Beurteilung aus, die Bernhards größter Verkaufserfolg „Holzfällen“ erfährt. Das erste Teilkapitel über das Skandal-Buch orientiert sich bewusst am Text, um den literarischen Charakter des Werks abseits jeder Skandalisierung wahrzunehmen. Im zweiten Teil wird die außerliterarische Realität systematisch mit der Romanvorlage verglichen.

Ein Buch über Bernhards große Romane, seine Figuren, formale und inhaltliche Entwicklungslinien, biographische Hintergründe und literarische Anspielungen. Ein Buch auch über ein einzigartiges literarisches System, über Wege, Umwege und Irrwege der Bernhard-Forschung.



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