Diplomarbeit: Korruption in Argentinien

Korruption in Argentinien

Eine netzwerkanalytische Erklärung der Finanzkrise

Schriften zur internationalen Politik, Band 8

Hamburg 2004, 136 Seiten
ISBN 978-3-8300-1359-4 (Print)

Rezension

Wer sich mit dem Argentinien von heute beschäftigt, kommt am Thema Korruption nicht vorbei und sollte das Buch lesen.

Prof. Dr. Peter Eigen,
Präsident und Gründer von Transparency International, 2004

Argentinien, Globalisierung, Internationaler Währungsfonds, IWF, Kapitalismus, Netzwerkanalyse, Politikwissenschaft, soziale Beziehungen, Soziologie, Südamerika

Zum Inhalt

Argentinien ist ein reiches Land. Doch obwohl nahezu zehnmal soviel Nahrungsmittel produziert werden, wie für die eigene Bevölkerung nötig, sterben Kinder an Unterernährung. Ergebnis der verheerenden Finanzkrise, die das Land durchlebt, ist zudem, dass fast die Hälfte der Bevölkerung unter der offiziellen Armutsschwelle lebt.

Argentinien unter der Präsidentschaft Carlos Menems beherzigte die vom IWF und der internationalen Gemeinschaft geforderten Reformen. Trotzdem kam es zu einer weitreichenden Finanz-, Wirtschafts- und Sozialkrise, die alle Teile der Bevölkerung und besonders die Mittelschicht hart getroffen hat.
Immer wieder wird das diffuse Phänomen der „Korruption“ für die Misere des Landes verantwortlich gemacht.

Die vorliegende Analyse versucht anhand eines Netzwerkmodells zu erklären, inwiefern Korruption im Zusammenspiel mit der Globalisierung der Märkte dazu beigetragen hat, dass sich das Land in einer solch misslichen Lage befindet. Ausgang ist dabei, dass eine funktionierende Marktwirtschaft auf rationale und verrechtlichte Akteursbeziehungen angewiesen ist.

Die Analyse richtet sich an alle, die sich mit dem Argentinien von heute beschäftigen. Auf folgende Fragen konzentriert sie sich:

  • Wie kann ein Land, das einst zu den reichsten der Welt gehörte und das in den 1990er Jahren als „Musterschüler“ des IWF und neoliberales Erfolgsmodell galt, in diese große Armut abgleiten?
  • Worin besteht die Korruption, die das Land, seine Ökonomie, das politische System und die Menschen zu Grunde richtet?
  • Wie sind die Beziehungen zwischen Politikern, Investoren und Bürgern in Argentinien geartet?
  • Welcher Art sind die Beziehungen zu ausländischen Akteuren?

Geben diese Beziehungsgeflechte, die als Netzwerke dargestellt werden, Aufschluss darüber, warum Korruption als wichtiger Erklärungsfaktor der Finanzkrise in Argentinien zu nennen ist?

Prof. Dr. Peter Eigen, früherer Weltbank-Direktor, Präsident und Gründer von Transparency International:

„Finanzkrisen gehören leider zum Erscheinungsbild der weltwirtschaftlichen Verflechtung unserer Zeit. Auch Argentinien wurde großer Schaden zugefügt. Vetternwirtschaft und Korruption wird häufig als Mitursache solcher Krisen genannt. Diesem Thema widmet sich das vorliegende Buch. Insofern hat es seine große Bedeutung. Mit Hilfe des Netzwerkansatzes wird gezeigt, inwiefern Korruption die wirtschaftspolitischen Konzepte des IWF und der Regierung außer Kraft setzt. Der originelle Erklärungsansatz sowie die klare und prägnante Darstellung der an sich diffusen Korruptionsproblematik zeichnen das Buch aus. Es beweist, dass zunehmend erkannt wird, welche Bedeutung die Korruption für das Schicksal einer großen Nation wie Argentinien hat. Wer sich mit dem Argentinien von heute beschäftigt, kommt am Thema Korruption nicht vorbei und sollte das Buch lesen.“



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