Doktorarbeit: Umweltbewertung und Kommunikation

Umweltbewertung und Kommunikation

Analyse umweltpolitischer Instrumente zur Erstellung öffentlicher Güter und experimentelle Überprüfung kommunikativer Maßnahmen als Mittel zur Verhaltenssteuerung

Studien zur Umweltpolitik, Band 5

Hamburg 2004, 256 Seiten
ISBN 978-3-8300-1349-5 (Print)

Agrarwissenschaft, Gefangenendilemma, kommunale Landschaftsplanung, ökonomisches Experiment, Politikwissenschaft, Schleswig-Holstein, Umweltgüter, Umweltpolitik

Zum Inhalt

Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht in der Darstellung der Bedeutung von Kommunikation in der Umweltbewertung. In einem spieltheoretischen Experiment wird daher überprüft, wie sich Personen bei der Bewertung zweier Alternativen unter kommunikativem Einfluss entscheiden.

Es wird gezeigt, dass die ökonomische Theorie bei der Bewertung von Umweltgütern an ihre Grenzen stößt und stattdessen ein integrativer Ansatz nötig ist. Dies ist in den Eigenschaften vieler Umweltgüter begründet, die sich durch einen erhöhten Öffentlichkeitsgrad auszeichnen. Deren Merkmale, – Nicht-Rivalität im Konsum sowie Nicht-Ausschließbarkeit – haben zur Folge, dass für Güter dieser Kategorie kein Marktpreis existiert. Demnach müssen Kollektivgüter kollektiv bereitgestellt werden; die Erstellung öffentlicher Güter kann somit als Kooperationsproblem aufgefasst werden.

In solchen Fällen greift der Staat durch Politiken ein, die wesentlich auf der Anwendung von Kommunikation basieren. Im Umweltbereich werden bevorzugt Planungsinstrumente eingesetzt. Exemplarisch wird die kommunale Landschaftsplanung in Schleswig-Holstein im Hinblick auf ihre Kommunikationsprozesse im Zuge des Bewertungsverfahrens analysiert. Es werden vor allem Defizite bei der Berücksichtigung naturschutzfremder Belange deutlich.

Die Ergebnisse des spieltheoretischen Experiments auf Grundlage des Gefangenendilemmas (n = 368) zeigen einen Zusammenhang zwischen dem Einsatz kommunikativer Einflüsse und dem zur Erstellung öffentlicher Güter notwendigen kooperativen Verhalten. Sie legen den Schluss nahe, dass Kommunikationsmethoden, die vermehrt emotionale Botschaften vermitteln, bei Themen mit enger Beziehung zu ethischen und moralischen Werten eher beeinflussende Wirkung entfalten können als Maßnahmen, die sachliche Informationen vermitteln.



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