Doktorarbeit: Anforderungen, Stressoren und Ressourcen bei alternierender Telearbeit

Anforderungen, Stressoren und Ressourcen bei alternierender Telearbeit

Eine arbeitspsychologische Analyse unter besonderer Berücksichtigung von Selbstregulationsstrategien

Schriften zur Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie, Band 11

Hamburg 2004, 274 Seiten
ISBN 978-3-8300-1313-6 (Print)

Arbeitspsychologie, Arbeitstätigkeit, Gesundheit, Psychologie, Selbstregulation, Stress, Telearbeit

Zum Inhalt

Alternierende Telearbeit spielt eine bedeutende Rolle bei der zunehmenden Dezentralisierung und Flexibilisierung von Arbeitstätigkeiten. Telearbeit ist oft Wunsch von Mitarbeitern als auch von Unternehmen. Übereinstimmend werden psychologische Aspekte der individuellen Selbstregulation bei Telearbeit als eines der zentralen Erfolgskriterien angesehen. Allerdings wurden - bis zur Vorlage dieser Arbeit - entsprechende Strategien der Selbstregulation kaum explizit untersucht und in Beziehung zu tätigkeitsbezogenen Anforderungen, Stressoren und Ressourcen gesetzt. Eine solche Analyse ist aber notwendig, um fundierte Gestaltungs- und Qualifizierungsempfehlungen für Telearbeit geben zu können.

Der Autor untersuchte in seiner Dissertation anhand zweier empirischer Studien Selbstregulationsstrategien, die Telearbeitende bei der Arbeit von zu Hause aus anwenden sowie Zusammenhänge von entsprechenden Strategien mit Stressoren und Ressourcen der Arbeitstätigkeit. In einer qualitativen Interviewstudie befragte er 29 Telearbeiterinnen und Telearbeiter zweier deutscher Großunternehmen zu ihren Selbstregulationsstrategien. Die Ergebnisse der Interviewstudie zeigten, dass bei alternierender Telearbeit spezifische Anforderungen an Selbstregulation erlebt werden. Dazu zählten z.B. das disziplinierte Halten des Zielbezuges beim Handeln gegen häusliche Ablenkungen und Versuchungen, das eigenständige Beginnen und Beenden der Arbeit oder das Beruhigen des eigenen Gewissens hinsichtlich geleisteter Arbeitsmenge und –qualität. Die Telearbeitenden berichteten von verschiedenen Strategien der Selbstregulation, die sie anwendeten. Dazu zählten das Setzen konkreter Ziele, die flexible oder unflexible Koordination von Arbeits- und Privataufgaben, die Entwicklung von Ritualen, Selbstbeobachtung, Selbstinstruktion und in geringem Maße Selbstverstärkung.

In einer Fragebogenstudie untersuchte der Autor aufbauend auf die Interviewergebnisse Zusammenhänge zwischen dem Einsatz bestimmter Selbstregulationsstrategien und tätigkeitsbezogenen Stressoren und Ressourcen. Die Ergebnisse der zweiten Studie, an der 110 Telearbeitende und 73 vergleichbare nicht telearbeitende Kollegen aus 11 deutschen Unternehmen teilnahmen, belegen die Bedeutung von Selbstregulationsstrategien für Gesundheit und Wohlbefinden der Telearbeitenden sowie für das Ausmaß von tätigkeitsbezogenen Ressourcen. Implikationen dieses innovativen arbeitspsychologischen Ansatzes für zukünftige Forschung sowie Gestaltungsempfehlungen für die Telearbeitspraxis werden diskutiert.



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