Tagungsband: Utopisches Denken und pädagogisches Handeln

Utopisches Denken und pädagogisches Handeln

Untersuchungen zu einem ungeklärten Verhältnis

EUB. Erziehung – Unterricht – Bildung, Band 108

Hamburg 2004, 178 Seiten
ISBN 978-3-8300-1243-6 (Print)

Bildungsreform, Erziehungswissenschaft, Lehrerhandeln, Neue Medien, Pädagogik, pädagogischer Idealismus, pädagogische Utopie, Unterrichtstechnologie

Zum Inhalt

Schon in der Antike, vor allem aber seit Beginn der Neuzeit werden der gesellschaftlich oder politisch unzulänglichen Wirklichkeit Utopien entgegen gestellt. In diesen werden ‘bessere Welten’ ausgemalt, die nur mit Hilfe der Erziehung verwirklicht werden können.

Die Wenigsten machen sich aber klar, dass auch in den üblichen Zielen von Erziehung und Bildung Elemente utopischen Denkens enthalten sind. Viele der Absichten können unter den herrschenden Bedingungen und mit den verfügbaren Mitteln gar nicht erreicht werden. Kann man ‘allen alles allseitig’ lehren? Ist es möglich, in Schulen eine ‘allgemeine Bildung’ zu vermitteln? Sind ‘neue Technologien’ bzw. ‘neue Medien’ geeignet, den Unterricht entscheidend zu verbessern?

In dem vorliegenden Band wird das Verhältnis von utopischem Denken und pädagogischem Handeln zunächst theoretisch untersucht. Danach wird an Beispielen wie Kindererziehung, Jugendbildung, Bildungsreform, Lehrerhandeln, Unterrichtsmethodik das Verhältnis konkretisiert.

Dabei fällt auf, dass sich viele Pädagoginnen und Pädagogen, in Sonderheit aber auch Bildungspolitiker und Bildungspolitikerinnen selten bewusst sind, wie ‘utopisch’ ihr Verhalten angesichts der Wirklichkeit ist. Dies mag ein Grund dafür sein, dass der Zusammenhang beider Komponenten bisher wenig erforscht wurde. Es wird gemeinhin verdrängt, wie weit alle Annahmen und Vorgaben dazu, was pädagogisch für erreichbar gehalten wird, jenseits der Realität liegen. Andererseits würden die betreffenden Anstrengungen unterbleiben, wenn die Hoffnung aufgegeben werden sollte, dass mit Veränderungen auch Verbesserungen zu erreichen sind.

So falsch es deshalb wäre, auf utopisches Denken im pädagogischen Handeln zu verzichten, so wichtig ist es, sich bewusst zu machen, wie sich bei ihm die Nachteile zu den Vorteilen verhalten.



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