Dissertation: Die PDS und die ostdeutsche Gesellschaft im Transformationsprozess

Die PDS und die ostdeutsche Gesellschaft im Transformationsprozess

Wahlerfolge und politisch-kulturelle Kontinuitäten

POLITICA – Schriftenreihe zur politischen Wissenschaft, Band 55

Hamburg 2003, 358 Seiten
ISBN 978-3-8300-1156-9 (Print)

DDR, Ostdeutschland, PDS, Politikwissenschaft, politische Kultur, politische Parteien, Wähler, Wahlen

Zum Inhalt

Totgesagte leben länger: Als sich 1990 die PDS formierte, gaben ihr Beobachter noch eine Gnadenfrist bis zur nächsten Bundestagswahl. Wie erklärt sich dann, dass die ehemalige SED bei den Landtagswahlen im Jahr 2001 im Ostteil Berlins fast 50 Prozent der Stimmen erreichte?

Ungeachtet der gegenwärtigen, innerparteilichen Krise der PDS ist die Zweiteilung der deutschen Parteienlandschaft gerade mit Blick auf diese Partei unübersehbar. Dabei sind es keineswegs die ostdeutschen Einheitsverlierer der Transformation, die der PDS in den ostdeutschen Ländern zu nahezu stabilen 20 Prozent und mehr verhelfen. Ganz im Gegenteil: PDS-Wähler sind überdurchschnittlich jung, gebildet und verfügen über ein überdurchschnittliches Haushaltseinkommen.

Der Autor vertritt daher die These, wonach ein Zusammenhang zwischen tradierten Werten und Einstellungen in Ostdeutschland und der PDS-Programmatik existiert. Gestützt auf repräsentative Umfragedaten werden politisch-kulturelle Kontinuitäten der ostdeutschen Gesellschaft nachgewiesen und zu den programmatischen Aussagen der PDS in Beziehung gesetzt.

Die seit längerem geäußerte Vermutung, wonach die Einheit in den Köpfen ein langwieriger und keineswegs abgeschlossener Prozess ist, wird durch diese Arbeit mit umfangreichem Datenmaterial unterstrichen. Dies hat Konsequenzen für die PDS, für die anderen politischen Parteien, aber auch für den Prozess der demokratischen Konsolidierung in Ostdeutschland.



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