Dissertation: Ökonomische und psychologische Aspekte monetärer Leistungsanreize in Arbeitsverträgen

Ökonomische und psychologische Aspekte monetärer Leistungsanreize in Arbeitsverträgen

Das Fixlohnrätsel

Schriftenreihe volkswirtschaftliche Forschungsergebnisse, Band 93

Hamburg 2003, 218 Seiten
ISBN 978-3-8300-1150-7 (Print)

Arbeitsverhältnis, Arbeitsverträge, Crowding-out-Theorie, Fixlohn, Multi-task-agents, Prinzipal-Agenten-Theorie, Überwachungskosten, Verdrängungsmechanismen, Volkswirtschaftslehre

Zum Inhalt

Monetäre Leistungsanreize für Arbeitnehmer werden in vielen Firmen und Organisationen verwendet und noch mehr überlegen, derartige Motivationsmechanismen einzuführen. Dabei können sie sich auf eine prominente ökonomische Theorie – die Prinzipal-Agenten-Theorie – berufen, die nun schon seit Jahrzehnten feststellt, dass monetäre Leistungsanreize den Gesamtertrag einer Organisation erhöhen können.

Monetäre Leistungsanreize sind jedoch in der betrieblichen Praxis weit weniger verbreitet, als aufgrund der Modellprognosen angenommen werden müsste. Die traditionelle Prinzipal-Agenten-Theorie weiß auf dieses "Fixlohnrätsel“ keine befriedigende Antwort.

Ein Haupthindernis bei der Umsetzung der Theorie in die Praxis liegt darin, dass die Implementierung eines Anreizsystems erstens schwierig ist und zweitens zu unerwünschten Folgen führen kann. Häufig stellt sich heraus, dass gerade bei komplexen Tätigkeiten ein effizientes Anreizschemata nicht möglich ist, denn die Belohnung bestimmter Tätigkeiten führt zu einer grundlegenden Änderung des gesamten Arbeitnehmerverhaltens.

In der Arbeit „Ökonomische und psychologische Aspekte monetäre Leistungsanreize in Arbeitsverträgen“ befasst sich der Autor mit der Einbeziehung derartiger Aspekte in die traditionelle ökonomische Prinzipal-Agenten-Theorie. Anhand von vier Modellen wird erläutert, welche Mechanismen dazu führen können, dass monetäre Leistungsanreize dem Organisationserfolg abträglich sein können. Die Mechanismen sind:

  • Die Kontrolle der Leistung der Arbeitnehmer ist zu teuer
  • Der Arbeitnehmer wird motiviert, unproduktive Tätigkeiten durchzuführen
  • Der Arbeitnehmer muss über seine Arbeit berichten
  • Monetäre Anreize reduzieren die intrinsische Arbeitsmotivation des Arbeitnehmers

In den Modellen wird zudem gezeigt, dass diese Aspekte auch zu berücksichtigen sind, falls monetäre Leistungsanreize im Interesse des Arbeitgebers liegen: Sie beeinflussen die optimale Höhe der gewählten Leistungsanreize.

Mit dieser Arbeit gelingt es dem Autor, wesentliche Aspekte realer Arbeitsverträge mittels prinzipal-agenten-theoretischer Ansätze zu erfassen und die Theorie auf die Analyse von Fixlohnvertragsverhältnissen auszuweiten.



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