Forschungsarbeit: Glaube als Lebensprägung

Glaube als Lebensprägung

Katechismen, Liturgie und Spiritualität

Studien zu Religionspädagogik und Pastoralgeschichte, Band 2

Hamburg 2003, 206 Seiten
ISBN 978-3-8300-1008-1 (Print)

Bischof Leonrod, Gottesdienst, Katechismus, Klerus, Liturgie, Pastoralinstruktion, Religionspädagogik, Theologie

Zum Inhalt

Glauben bedeutet auch und v.a. ein lebenslanges Lernen des Menschen an verschiedenen Orten und Stationen, die ihn nachhaltig prägen und seine ganz spezifische Spiritualität ausformen. Einige dieser „Lernorte des Glaubens“, die von entscheidender Bedeutung für die Lebensprägung sind, werden in vorliegender Veröffentlichung anhand von drei Schwerpunkten untersucht: Die Aneignung des Glaubenswissens durch den katechetischen Unterricht, die Einübung des Glaubens im gottesdienstlichen Handeln der Kirche und die Praxis des Glaubens im Alltag und Beruf des Christen.

In diesem übergeordneten Rahmen geht die vorliegende Veröffentlichung der Frage nach, wie das Glaubensleben der Menschen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von den genannten Lernorten beeinflußt wurde. Als konkretes, exemplarisches Untersuchungsobjekt dient dabei die religiöse Situation in der ultramontan geprägten Diözese Eichstätt während der Regierungszeit des bedeutenden Bischofs Franz Leopold Freiherrn von Leonrod (1867-1905). Anhand umfangreicher Quellen- und Literaturforschungen wird nicht nur die Entwicklung des Religionsunterrichts im Spiegel der Eichstätter Katechismusreformen von 1882 und 1883 analysiert, sondern auch die im deutschsprachigen Raum einzigartige Berücksichtigung lokal-kirchlicher liturgischer Traditionen in der Neubearbeitung des Eichstätter Diözesanrituale von 1879/80. Schließlich widmet sich die Untersuchung auch noch der letzten Überarbeitung der bis heute bekannten Eichstätter Pastoralinstruktion (1902), die als vorbildliche Standeslehre für Klerus und Laien weltweite Verbreitung fand.

Die Vorgehensweise der Untersuchung kombiniert demnach verschiedene Disziplinen und Zielsetzungen miteinander: Sie will auf der einen Seite einen richtungsweisenden Beitrag für die Erforschung der Geschichte der Religionspädagogik, der Pastoraltheologie, Liturgiewissenschaft und des innerkirchlichen Lebens im katholischen Deutschland des ausgehenden 19. Jahrhunderts leisten, andererseits der Diskussion über zeitgerechte Glaubensvermittlung und Glaubenspraxis aus der historischen Rückschau neue Impulse vermitteln. Ihr Anliegen ist daher höchst aktuell und von allgemeinem Interesse, weil die Grundfrage immer noch die gleiche geblieben ist: Wie kann Glaube „gelernt“ und „gelebt“ werden, so daß er unsere Existenz zu begründen und zu prägen vermag?



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