Dissertation: Die unilaterale Einführung einer Fremdwährung

Die unilaterale Einführung einer Fremdwährung

Währungswahl, Seigniorage und Zinsprämieneffekte in mittel- und osteuropäischen Ländern

Schriftenreihe volkswirtschaftliche Forschungsergebnisse, Band 84

Hamburg 2003, 234 Seiten
ISBN 978-3-8300-0934-4

Fremdwährung, Offizielle Dollarisierung, Offizielle Euroisierung, Seigniorage, Volkswirtschaftslehre, Währungssubstitution, Währungswahl, Zinsprämieneffekte

Zum Inhalt

„Staaten haben ihre eigenen Währungen.“ Nach dieser gängigen Vorstellung überraschte es nicht, daß mit der Entstehung junger Nationalstaaten in Folge des Zerfalls der Sowjetunion oder des ehemaligen Jugoslawiens die Vielzahl von Währungen in Mittel- und Osteuropa stieg. Doch gleichzeitig verfolgte die Mehrzahl der Mitgliedsländer der Europäischen Union konkrete Pläne zur Gründung einer Währungsunion und zeigte Alternativen zu dieser Vorstellung auf. Zu ihnen zählt die unilaterale Einführung einer Fremdwährung, die in diesem Buch untersucht wird.

Wie bereits die Währungsunion bricht sie die territoriale Kongruenz von Währung und Nationalstaat auf, doch entscheidet sich eine Regierung einseitig zu diesem Schritt ohne Anspruch auf Mitwirkung an geldpolitischen Entscheidungen zu haben.

Die unilaterale Einführung einer Fremdwährung erfordert technisch gesehen einen Umtausch des umlaufenden Bargeldes und eine Umstellung der Verträge, die auf heimische Währung lauten, zu einem festen Kurs. Neben Bargeld in Fremdwährung kann gegebenenfalls weiterhin noch eine heimische Währung zu einem festen Kurs zirkulieren, wenn sie eine nachrangige Rolle in der Geldversorgung einnimmt, beispielsweise den Bargeldumlauf in Münzen ergänzt.

Gemeinsam mit einer Währungsunion bildet die unilaterale Einführung einer Fremdwährung eine der beiden sogenannten Ecklösungen in der Diskussion zur Wahl von Wechselkursregimen, die derzeit zu extremen Standpunkten, d.h. zur Befürwortung völlig flexibler oder völlig fester Wechselkurse bzw. ihrer Abschaffung, polarisiert. Während lateinamerikanische Länder aufgrund der regionalen Ausrichtung ihrer Wirtschaftsbeziehungen vorwiegend die offizielle Einführung des Dollars, „Dollarisierung“, erwägen, sind Überlegungen zur offiziellen Einführung des Euro, „Euroisierung“, für mittel- und osteuropäische Länder von Interesse. Eine Untersuchung dieses Vorschlags besitzt auch im Hinblick auf die Osterweiterung der Europäischen Union eine besondere Aktualität, zumal sich bisher die Entscheidungsgremien der EU gegen diese Möglichkeit für Beitrittsländer ausgesprochen haben.



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