Doktorarbeit: Berlin - Polnischer Bahnhof! Die Berliner Polen

Berlin - Polnischer Bahnhof! Die Berliner Polen

Eine Untersuchung zum Verhältnis von nationaler Selbstbehauptung und sozialem Integrationsbedürfnis einer fremdsprachigen Minderheit in der Hauptstadt des Deutschen Kaiserreichs (1871-1918)

Studien zur Geschichtsforschung der Neuzeit, Band 32

Hamburg 2003, 352 Seiten
ISBN 978-3-8300-0921-4 (Print)

Geschichtswissenschaft, Integration, Kaiserreich, Migranten, Polenpolitik, Polnische Migration, Zuwanderer

Zum Inhalt

Sie kamen als einfache Arbeitsmigranten, als Handwerker, Künstler, Studenten, Intellektuelle, Politiker und Adelige in die Hauptstadt des Deutschen Kaiserreiches - nach Berlin. So vielfältig wie ihre soziale Stellung waren auch ihre Migrationsmotive: Sicherung des Lebensunterhalts, Ausbildung, Aufbau einer eigenen Existenz, Interesse an der künstlerisch-intellektuellen Atmosphäre der Metropole oder das Verlangen, die Interessen der polnischen Bevölkerung im Umfeld des Hohenzollernhofes und der Parlamente zu vertreten.

Diese Monographie zur Geschichte der Berliner Polen geht nicht nur den vielschichtigen Motiven für die Wanderung polnischer Bevölkerungsteile in die Reichshauptstadt nach, sondern sie rekonstruiert darüber hinaus den Eingliederungsprozess der polnischen Migranten in den Jahren von 1871 bis 1918: Wie gingen Behörden, Kirche und Berliner Gesellschaft mit den Zuwanderern um? Wie ausgeprägt waren Nationalbewusstsein und Abgrenzungsbemühungen unter den polnischen Migranten? Entwickelte sich in der Reichshauptstadt ähnlich wie im Ruhrgebiet eine polnische Subkultur? Wie stark war das Leben von Deutschen und Polen in Berlin miteinander verwoben und wo wurde der in dieser Zeit sich verschärfende deutsch-polnische Nationalitätenkampf durchbrochen? Welche Argumente sprachen aus Sicht der Migranten für eine rasche Integration in die Berliner Gesellschaft?

Die Antworten auf diese Fragen lassen deutliche Unterschiede im zeitlich parallel verlaufenden Eingliederungsprozess der polnischen Zuwanderer in Berlin und im Rhein-Ruhrgebiet hervortreten. Anhand der Geschichte der Berliner Polen ist das in der Öffentlichkeit vorherrschende Bild von der weitgehend gelungenen Integration der Ruhrpolen zu revidieren. Nicht das Ruhrgebiet, sondern das kaiserliche Berlin hatte den Charakter eines Schmelztiegels. Die Bahnhöfe der Reichshauptstadt wurden für viele der zwischen 1871 und 1918 zugewanderten Polen zur Endstation.



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