Dissertation: Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften zur Unternehmenssanierung in der Insolvenz

Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften zur Unternehmenssanierung in der Insolvenz

Unternehmensrechnung und Insolvenzwesen, Band 2

Hamburg 2002, 304 Seiten
ISBN 978-3-8300-0722-7 (Print)

Betriebsübergang, Betriebswirtschaftslehre, Insolvenzarbeitsrecht, Insolvenzrecht, Lemgoer Modell, Personalabbau, Scheinstillegung, Schuldnersanierung, Sozialauswahl

Zum Inhalt

Im Rahmen dieser praxisorientierten - an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaft und Recht angesiedelten Arbeit - wird die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG) erstmals in einer Gesamtschau als ein gesetzlich nicht geregeltes Instrument des Personalabbaus zur Sanierung insolventer Unternehmen dargestellt. Möglichkeiten und Folgen, die sich aus dem Einsatz einer BQG ergeben, werden mit den Ergebnissen des Personalabbaus nach den Regeln des Insolvenzarbeitsrechts verglichen.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass der zur Unternehmenssanierung erforderliche Personalabbau über eine BQG regelmäßig schneller, rechtssicherer und masseschonender durchgeführt werden kann und deshalb aus Sicht des Insolvenzverwalters und aus Sicht des (potentiellen) Erwerbers die vorteilhaftere Alternative ist.

Da der Personalbbau über eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft den freiwilligen Wechsel möglichst vieler zur Unternehmensfortführung nicht vorgesehener Mitarbeiter in die BQG voraussetzt, wurde auch überprüft, welche Beweggründe die Arbeitnehmer zu einem solchen Schritt veranlassen könnten. Die Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile des Eintritts in die BQG zeigt, dass die vom Personalabbau betroffenen Arbeitnehmer beim Wechsel in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft materiell und psychologisch besser stehen als beim Ausspruch einer Kündigung und anschließender drohender Arbeitslosigkeit. Diese Besserstellung der Arbeitnehmer geht jedoch nicht zu Lasten der Quotenerwartung der am Verfahren beteiligten Gläubiger.

Die Einschaltung einer BQG erhöht somit für den sanierungswilligen Insolvenzverwalter die Chancen einer Unternehmenssanierung, verbessert also einerseits die Chancen eines zumindest (teilweisen) Erhalts von Arbeitsplätzen und ermöglicht andererseits eine wesentlich höhere Gläubigerbefriedigung als bei einer Liquidation des schuldnerischen Unternehmens.



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