Lebenserinnerung: Vom Schrotthandel zum Universitätsprofessor

Vom Schrotthandel zum Universitätsprofessor

Mit Spreewasser getauft

Lebenserinnerungen, Band 43

Hamburg 2002, 192 Seiten
ISBN 978-3-8300-0555-1 (Print)

Autobiografie, Berlin, Fußball, Hochschule, Lebenserinnerungen, Nationalsozialismus, Universität Graz, Universität Kassel, Werbeagentur

Zum Inhalt

Im Jahre 1930 erblickte Willi Buggert - „mit Spreewasser getauft“ - in Berlin-Wedding das Licht der Welt.
Mit sechs Jahren kam er in die Volksschule in der Strelitzer Straße, unmittelbar an der Bernauer Straße gelegen, die bei der späteren Teilung Berlins in einen Ost- und einen Westsektor allgemein bekannt wurde, weil hier viele Ost-Berliner nach dem Bau der Berliner Mauer die Flucht in den Westsektor wagten und dabei leider oft zu Tode kamen.

Als Steppke wurde Buggert Zeuge der Machtübernahme durch die Hitler-Partei und erlebte die Verfolgung der Kommunisten und Juden. In einer wegen des 2. Weltkrieges aus den Fugen geratenen Zeit erlebte er zwei Ausbombungen und die Besetzung seiner Heimatstadt durch die russische Soldateska. Vorher versuchte er sich in Hoppegarten als Jockey-Lehrling und als kaufmännischer Lehrling in Berlin-Wilmersdorf.
Seine große Leidenschaft war der Fußball. Mit seinem Verein „Nordstern 07“ wurde er in der Saison 1947/48 Berliner Junioren-Meister und im Olympia-Stadion auf dem „geheiligten“ Rasen auch Pokalsieger.

Nach dem Abitur an der Max-Planck-Oberschule in Berlin-Mitte begann der Verfasser eine Maurerlehre im Ostteil Berlins. Diese gab er jedoch bald auf, um seinem Vater behilflich zu sein, der im Bezirk Wedding schon kurz nach Beendigung des Krieges einen Schrotthandel betrieb. Da Buggert junior im Schrotthandel für sich aber keine Perspektive sah, begann er im Jahre 1953 das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der FU Berlin, das er am 11. Juli 1958 mit dem „Diplom-Kaufmann“ abschloß. Danach begann er als Betriebsbuchhalter in einem Berliner Unternehmen eine Tätigkeit, die ihn nicht befriedigte. Er beschloß, gemeinsam mit zwei Freunden in Graz zu promovieren.
Ab Sommer 1960 durfte er sich dann „Dr.rer.pol.“ nennen. In dieser Eigenschaft begann er zunächst in Berlin, seine „Brötchen“ zu verdienen, ehe er die Stadt der angespannten politischen Lage wegen mit seiner Familie in Richtung Westdeutschland verließ. In Dätzingen bei Stuttgart war er dann vier Jahre lang Mitglied der Geschäftsleitung einer Werbeagentur. Leider starb der Inhaber schon nach relativ kurzer Zeit, so daß der Autor als Finanzdirektor zu einer Werbeagentur nach Frankfurt a.M. wechselte.
Hier beendete er seine Tätigkeit in der sogenannten „Freien Marktwirtschaft“ und wurde Dozent an der Akademie für „praktische Betriebswirtschaft“, in Frankfurt a.M. Nach zwei Jahren folgte die Berufung an die „Universität-Gesamthochschule Kassel“, und mit Wirkung zum 1. Januar 1987 wurde ihm dort der „Universitätsprofessor auf Lebenszeit“ verliehen.



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