Doktorarbeit: Die Prävalenz traumatischer Erfahrungen, Posttraumatischer Belastungsstörung und Dissoziation bei Prostituierten

Die Prävalenz traumatischer Erfahrungen, Posttraumatischer Belastungsstörung und Dissoziation bei Prostituierten

Eine explorative Studie

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 85

Hamburg 2001, 186 Seiten
ISBN 978-3-8300-0515-5 (Print)

Dissoziation, Drogen, Posttraumatische Belastungsstörung, Prostitution, Psychologie, Sucht, Trauma, Traumatische Erfahrung

Zum Inhalt

Frauen und Mädchen in der Prostitution sind bislang in Studien zu traumatischen Erfahrungen und deren psychischen Folgen kaum berücksichtigt worden. Erlebnisberichte von Betroffenen, ebenso wie die Befunde einiger weniger Untersuchungen mit dieser Personengruppe legen jedoch nahe, daß viele Prostituierte körperlicher und sexueller Gewalt - sowohl in der Kindheit als auch in der Prostitution - ausgesetzt waren.

Im Rahmen einer internationalen Vergleichsstudie (Initiatorin: M. Farley, Prostitution Research and Education, San Francisco) zu traumatischen Erfahrungen, deren Bewältigung und psychischen Folgen bei Prostituierten, wurden betroffene Frauen in Hamburg befragt. Es zeigte sich, daß fast alle Befragten extreme Traumatisierung wie sexuelle und körperliche Kindesmisshandlung und Vergewaltigung erlebt hatten und mehrheitlich unter schweren psychischen Folgeerkrankungen litten. Ein ähnliches Bild zeigte sich in den internationalen Vergleichsuntersuchungen in den USA, Thailand, Sambia, Südafrika, und der Türkei).

Durch die Öffentlichkeitsarbeit der Prostituiertenbewegung, welche die Anerkennung der Prostitution als Beruf und die grundsätzliche Legalisierung der Prostitution fordert, werden die Rechte und Bedürfnisse der Prostituierten vermehrt ins Licht der Öffentlichkeit gerückt.

Bei dem Bestreben nach gesellschaftlicher Anerkennung, sozialer und juristischer Absicherung darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, daß viele Frauen in diesem Gewerbe unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten und einem erhöhten Risiko für Traumatisierung ausgesetzt sind.



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