Forschungsarbeit: „Von Krieg zu Krieg, von Sieg zu Sieg“

„Von Krieg zu Krieg, von Sieg zu Sieg“

Motive des sowjetischen Mythos im Massenlied der 1930er Jahre. Einführung. Texte. Übersetzungen

Hamburger Beiträge zur Geschichte des östlichen Europa, Band 9

Hamburg 2002, 164 Seiten
ISBN 978-3-8300-0493-6

Geschichtswissenschaft, Josef Stalin, Massenkultur, Massenlied, Revolutionskultur, sowjetische Propaganda, sowjetischer Film, sozialistischer Realismus, Stalinismus

Zum Inhalt

Die Massenkultur in der Sowjetunion der 1930er Jahre präsentierte das Land fern von der Realität als Paradies für jedermann. Sie war Propaganda für das System und Selbstpräsentation des Landes in einem. Bis heute populär sind die Melodien der Klassiker des Star-Komponisten Isaak Dunaevskij, dessen Musik in Verbindung mit den berühmten Filmkomödien Grigorij Aleksandrovs das verschleierte Bild der Zeit prägt. „Das Leben ist besser und fröhlicher geworden“ – diese Losung Stalins vom 1. Dezember 1935 blieb charakteristischerweise auch in den Jahren des Terrors als eine der Konstanten stalinistischer Lebenswelten gültig.

Die Texte der Massenlieder, die in diesem Buch untersucht werden, schildern ein fröhliches, vom Enthusiasmus des Aufbaus, aber auch von ständiger Wehrbereitschaft geprägtes Land, das unter der Führung des weisen „Vaters“ Stalin ein neues Kapitel in der Geschichte der Menschheit aufschlägt. In diesem Land der Lieder wird das fröhliche Lied zum eigentlichen Helden, das die Menschen motiviert; diese wiederum singen, kämpfen und lieben mit infantiler Begeisterung, die das Land ideell zu einem singenden Pionierlager werden läßt.

Nach einem knappen Überblick über Musik in Revolution, Bürgerkrieg und während der Phase der „Neuen Ökonomischen Politik“ konzentriert sich die Darstellung auf die Massenlieder der 1930er Jahre. Näher untersucht werden die dominierenden Motive ihrer Texte – „Stalin“, „Heimat/Vaterland“, „Das Sowjetvolk“, Raum und Grenzen“ sowie „Der Feind“ –, von denen 27 im Buch im Original mit einer deutschen Übersetzung dokumentiert sind. Das Buch wendet sich an Slawisten, Historiker und Kulturwissenschaftler und versteht sich als Anregung, sich dem Mythos des Stalinismus (auch im universitären Unterricht) von dessen „fröhlicher“ Seite her zu nähern, ohne den Terror und die Strangulierung der Öffentlichkeit auszublenden.



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