Dissertation: Strategisches Handeln in Wahlkampfsituationen

Strategisches Handeln in Wahlkampfsituationen

Der Bundestagswahlkampf 1998

POLITICA – Schriftenreihe zur politischen Wissenschaft, Band 46

Hamburg 2001, 304 Seiten
ISBN 978-3-8300-0470-7

Bundestagswahl, Campaigning, CDU, Parteien, Politikwissenschaft, Politische Wissenschaft, SPD, Strategie, Wähler, Wahlkampf

Zum Inhalt

Ein gutes Jahr vor der Bundestagswahl 2002 beginnen in den Berliner Parteizentralen erneut die Wahlkampfmanager mit der Planung von Strategien für den anstehenden Wahlkampf. Doch was sind eigentlich Wahlstrategien? Was meint überhaupt strategisches Handeln in Bezug auf politische Parteien? Und was bedeutet dies für die Wahlkampfführung?

Diese Fragen werden in der Arbeit von Lars Neuwerth anhand von drei Untersuchungsschritten systematisch erschlossen:
Zunächst erfolgt eine präzise definitorische und konzeptionelle Klärung des Begriffs strategischen Handelns von Parteien, anschließend die Übertragung dieses allgemeinen Theorierahmens auf das Handlungsfeld des Wahlkampfes und schließlich die Anwendung des Bezugsrahmens anhand einer empirischen Fallstudie des Bundestagswahlkampfes 1998 von CDU und SPD.

Grundlage strategischen Handelns im Verständnis der Studie ist die Entwicklung eines realitätsnahen Konzeptes rationalen Handelns auf Mikroebene. Die Übertragung dieses Modells auf die Ebene von Parteien erfolgt mit Hilfe eines elitentheoretischen Ansatzes, welcher den aktuellen Forschungsstand der Organisationswirklichkeit politischer Parteien berücksichtigt. Als zentraler Begriff wird hierbei der der strategischen Zentren aufgegriffen, welche selbst über hinreichende Ressourcen zur Entwicklung und Implementation von Strategien verfügen.

Für die Übertragung dieses Grundmodells strategischen Handelns auf das Handlungsfeld der Wahlkampfführung werden Erkenntnisse der Wähler-, der Wahlkampf- sowie der Medien- und Kommunikationsforschung herangezogen. Als zentrale, bei der Entwicklung von Wahlstrategien zu berücksichtigende Rahmenbedingungen werden die Wählerschaft, die eigene Partei sowie das aktuelle Parteiensystem analysiert.
Die empirischen Fallstudien von CDU und SPD im Bundestagswahlkampf 1998 verdeutlichen das Potential des entwickelten theoretisch-analytischen Ansatzes. Die zentralen Handlungsprozesse beider Großparteien können rekonstruiert und strategisch-handlungstheoretisch bewertet werden.

Die Studien liefern eine systematisch hergeleitete und analytisch präzise Untermauerung der von Parteiforschern oftmals geäußerten Ansicht, die SPD hätte einen „strategischeren“ Wahlkampf als die CDU geführt.

Die Arbeit von Lars Neuwerth wurde an der Universität Hamburg als Dissertation angenommen und von Pof. Dr. Joachim Raschke als Gutachter sowie von Prof. Dr. Otfried Jarren, Universität Zürich, als Mitgutachter mit der Note „magna cum laude“ bewertet.



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