Doktorarbeit: I´m proud to be Irish

I´m proud to be Irish

The Construction of Ethnic Identities in the Irish Diaspora in the USA

HERODOT – Wissenschaftliche Schriften zur Ethnologie und Anthropologie, Band 4

Hamburg 2001, 336 Seiten
ISBN 978-3-8300-0361-8

Auswanderung, Diaspora, Emigration, ethnische Identität, Ethnizität, Geschichtswissenschaft, Iren, irisch, USA

Zum Inhalt

Nach mehreren Jahrhunderten irischer Auswanderung nach Nordamerika leben heute in den USA über 44 Millionen Menschen, die irische Vorfahren haben oder in Irland geboren wurden. Auch wenn die Geschichte der Iren in den USA bereits sehr gut erforscht ist, so bestehen bis heute erhebliche Forschungslücken zur gegenwärtigen Situation. Die Monographie „I’m proud to be Irish“ beschäftigt sich deshalb mit der heutigen irischen Diaspora in den USA.

Das Buch ist ein gründlich recherchierter Beitrag zur Ethnizitäts- und Diasporaforschung, zwei wichtigen Untersuchungsgebieten der Ethnologie. Die Ergebnisse über die irische Diaspora in den USA beruhen auf Feldforschungen in Irland und in den USA, insbesondere New York und Boston. Alle Erhebungs- und Auswertungsschritte des beeindruckend umfangeichen und unterschiedlichen Datenmaterials sind klar und verständlich dargestellt.

In nachvollziehbarer Weise analysiert und präsentiert die Autorin die Vielfalt und innere Widersprüchlichkeit von Meinungen, Identitäten und Konflikten innerhalb der irischen Diaspora. Eine große Bandbreite von Zitaten veranschaulicht, dass bestimmte historische Ereignisse - wie z.B. die Große Hungersnot in Irland in der Mitte des 19. Jahrhunderts - genauso kontrovers beurteilt, diskutiert und zu bestimmten Zwecken genutzt werden wie aktuelle Begebenheiten oder Symbole - so wird z.B. der St. Patrick’s Day, Irlands Nationalfeiertag, auch in den USA jedes Jahr mit viel Aufwand gefeiert. Deutlich wird auf diese Weise, dass es sehr verschiedene Konzepte davon gibt, was „Irishness“, der zentrale Begriff, der alles umfasst, was eine irische Identität ausmachen soll oder kann, beinhalten soll und was er auf gar keinen Fall umfassen darf.

In diesem Zusammenhang werden auch als irisch oder keltisch geltende Traditionen auf ihre Geschichte sowie ihre Bewertung innerhalb der Diaspora hin untersucht. Schließlich werden, da Irland eine zentrale Rolle für die Identitätsbildung in der Diaspora spielt, in den USA populäre Irlandbilder sowie ihre Vermarktung im irischen Tourismus analysiert.

Die ethnographische Studie zeigt, dass in der Ethnizitäts- und Migrationsforschung verbreitete Annahmen über die Weitergabe ethnischer Zuschreibungen über Generationen hinweg durch wesentlich komplexere Modelle ersetzt werden müssen, als sie lange Zeit verbreitet waren.

Als Beitrag zur Ethnographie der irischen Diaspora und der US-amerikanischen Einwanderungsgesellschaft gelingt es dieser Studie, den Prozess der Konstruktion kollektiver Identitäten in seiner Bedingtheit und Wandelbarkeit überzeugend darzustellen und damit eine wichtige Lücke in der Erforschung ethnischer Identitäten zu schließen.



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