Dissertation: Das Recht der Brauereiarbeiter am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts

Das Recht der Brauereiarbeiter am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts

- dargestellt insbesondere am Beispiel der Kulmbacher Brauereien

Studien zur Rechtswissenschaft, Band 81

Hamburg 2001, 354 Seiten
ISBN 978-3-8300-0338-0 (Print)

20. Jahrhundert, Arbeitsbedingungen, Arbeitsrecht, Brauereiarbeiter, Braugewerbe, Gewerkschaften, Kulmbach, Rechtsgeschichte, Rechtswissenschaft, Tarifvertrag

Zum Inhalt

Das Recht Brauereiarbeiter wird in dieser Arbeit über einen Zeitraum von nur 25 Jahren betrachtet. Dennoch muss dieses Vierteljahrhundert als bahnbrechend für die Arbeitnehmer bezeichnet werden, denn hier nehmen sie erstmals in organisierter Form Einfluss auf ihre Lohn- und Arbeitsbedingungen.

Nach den Brauereiarbeitern und ihrem Arbeitsrecht wird erst mit Beginn der industriellen Revolution gefragt. Zu einer gesetzlichen Regelung im Bereich des kollektiven Arbeitsrechts, insbesondere im Tarifvertragswesen, kann man sich im untersuchten Zeitraum nicht durchringen, weswegen diese Aufgabe von Rechtsprechung und Lehre übernommen werden muss.

Entscheidend ist daher, dass sich die Brauereiarbeiter zu kollektiver Selbsthilfe in Gewerkschaften zusammengeschlossen haben. Dadurch ist es möglich, Arbeitskämpfe mit Erfolg zu führen und durch den Abschluss von Tarifverträgen Einfluss auf die Gestaltung der Arbeitsbedingungen zu nehmen. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die Darstellung der Verhandlungen zwischen der Brauereivereinigung Kulmbach und dem Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter Zahlstelle Kulmbach zu richten, um sie schließlich mit den Verhältnissen in den Münchner Brauereien zu vergleichen.

Die Brauereiarbeiterschaft hat die alten, patriarchalisch strukturierten Zusammenhänge des ehemaligen Familienbetriebs endgültig aufgekündigt und selbstbewusst in ein moderneres, durch präzise Verträge geklärtes Beschäftigungsverhältnis überführt: Nicht Wohltaten sind gefragt, sondern Rechte. Den Brauereiarbeitern gelingt es damit, ihre Arbeitsbedingungen erstmals kollektivvertraglich zu regeln und nach Ablauf der jeweiligen Laufzeit wiederum durch zeitlich kalkulierbare Verhandlungen eine Verlängerung bzw. teilweise Neuregelung der Tarifverträge zu erreichen. Das Ergebnis ist eine stetige Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen.



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