Forschungsarbeit: Jede Epoche ist eine entsetzliche

Jede Epoche ist eine entsetzliche

Studien zur deutschen Literaturgeschichte nach Epochen

Schriften zur Literaturgeschichte, Band 2

Hamburg 2001, 266 Seiten
ISBN 978-3-8300-0332-8 (Print)

Ästhetik, Biographie, Deutsche Literatur, Epochen, Erkenntnistheorie, Kulturphilosophie, Literaturdidaktik, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaft

Zum Inhalt

Dieses Buch stellt die deutsche Literaturgeschichte in Schwerpunkten dar und will zeigen, wie Literaturgeschichte in ihrer Kontinuität vermittelt werden kann. Formal ist es nach Epochen gegliedert, vom im schulischen Deutschunterricht meist vernachlässigten Mittelalter (mit dem höfischen Roman, dem Sangspruch, dem Minnesang und der deutschen Mystik) über die Literatur der Neuzeit (Reformationszeit, Barock, Aufklärung, Sturm und Drang, Klassik, Irrläufer der Klassik und Romantik) bis zur neuesten Zeit (realistische Strömungen des 19. Jahrhunderts, Symbolismus, Surrealismus, Expressionismus, Remythisierung, Neorealismus und Literatur nach Auschwitz).

Dabei muss klar sein, dass die deutsche Literaturgeschichte kein Steinbruch ist, aus dem sich jeder seine Lieblingsfossilien herausklauben darf. Vielmehr handelt es sich um einen Bereich der deutschen Kulturgeschichte, die mit der Sozial- und politischen Geschichte zusammenhängt. Es kommt deshalb darauf an, dass trotz der Darstellung der Kontinuität der Geschichte gleichzeitig geschichtliche Nischen in den einzelnen Epochen aufgesucht werden, die ausgeleuchtet werden müssen, so dass auch individuelle Entdeckerfreude sich verwirklichen kann.

Der Autor bringt Vorschläge, wie Epochen in ihrer Entwicklung dargestellt und exemplarisch vertieft werden können. Die Crux der Elementarisierung führt freilich auch zu einer Vereinfachung, doch ist dies der Preis dafür, dass die Hauptlinien der geschichtlichen Entwicklung dargestellt werden. Es geht kein Weg daran vorbei, dass das Fundamentale, Exemplarische und Elementare die Auswahl im literaturhistorischen Durchgang bestimmen muss.

Ein Kompromiss zwischen der Interpretation gegenwärtiger Literatur und historischer Aufarbeitung des Gewesenen ist ebenso zu suchen wie ein Kompromiss in der Methodenfrage. Die hier angewandte Methode der Literaturinterpretation ist gleichzeitig als Vorschlag für die unterrichtliche Interpretation gedacht. Dabei geht der Verfasser von einem poststrukturalistischen Ansatz aus und dekonstruiert die häufig anzutreffende Beschränkung auf den innerliterarischen Diskurs. Entscheidend ist die gesamtkulturelle Einbettung der Literatur in den Gang der Geschichte. Es werden Verbindungslinien zu Astrophysik, Atomphysik und elektrischer Feldforschung gezogen. Berücksichtigt wird aber auch die Intertextualität, d.h. der Bezug ästhetischer Texte zueinander sowie ihre Referenz auf philosophische und theologische Texte.

Mit seinem übersichtlichen Aufbau nach Epochen, seiner Fokussierung auf das Elementare, einem ausführlichen Literatur- und einem Namensverzeichnis ist das Buch auch bestens zur Vorbereitung auf das Deutschabitur geeignet.



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben