Doktorarbeit: Cordelia e il suo mondo

Cordelia e il suo mondo

Vita, opere e traguardi di Virginia Treves - una scrittrice di fine Ottocento tra il romanzo rosa ed il femminismo

Schriften zur Literaturgeschichte, Band 1

Hamburg 2000, 410 Seiten
ISBN 978-3-8300-0275-8 (Print)

Casa Treves, Cordelia, Frauenemanzipation, Frauenliteratur, Illustrazione Italiana, italienische Literatur, Jahrhundertwende, Literaturwissenschaft, Virginia Treves

Zum Inhalt

Virginia Treves Tedeschi (1849-1916) publizierte unter dem Pseudonym Cordelia zahlreiche Werke für die Frauen und für die Jugend: Romane, Erzählungen, Gedichte und Essays. Sie leitete viele Frauen- und Kinder-Zeitschriften der Casa Editrice Fratelli Treves, einer der einflussreichsten italienischen Verlage; sie versuchte sich sogar in der Kunst des Opern-Librettos. Ihre Werke erfreuten sich breiter öffentlicher Resonanz, die sich in hohen Auflagen und Übersetzungen in mehrere europäische Sprachen niederschlug. Leben und Werk Cordelias werden in der vorliegenden Arbeit untersucht.

Virginia Treves war mit Giuseppe Treves verheiratet, der zusammen mit seinem Bruder Emilio die Casa Treves leitete, die um die Jahrhundertwende eine herausragende Stellung im literarischen Leben Italiens hatte.

Die Arbeit gliedert sich in zwei große Abschnitte. Der erste befasst sich mit der Biographie der Schriftstellerin und untersucht ihre Stellung an der Schnittstelle zwischen Literatur und Kommerz, nämlich dem Kontakt des Verlegerehepaares mit den Autoren. Die Casa Treves gab die Werke der führenden italienischen Literaten der Epoche heraus, zum Beispiel Gabriele D’Annunzios, Giovanni Vergas und Luigi Capuanas. Die Autoren suchten aus gesellschaftlichen, literarischen und auch finanziellen Gründen die Nähe zu der Verlegerfamilie. Hier wird unter anderem untersucht, wie Cordelia zu einigen dieser Größen der zeitgenössischen italienischen Literatur stand - und umgekehrt.

Im zweiten Abschnitt der Arbeit werden die Werke der Autorin, vor allem die, welche sich an die Frauen richteten, kurz inhaltlich vorgestellt und dann unter verschiedenen systematischen Aspekten untersucht. Hierbei steht die Fragestellung im Vordergrund, wie sich die Frauengestalten ihrer Romane von der Rolle des dem Mann bedingungslos gehorchenden Wesens zu eigenständigen, selbstbewussten Charaktere entwickelten. In dieser wachsenden Tendenz weiblicher Selbständigkeit spiegelt sich der gesellschaftliche Bewusstseinswandel wieder, der um die Jahrhundertwende in der Frauenfrage einsetzte. Es ist auch interessant zu beobachten, wie die konservativ-großbürgerliche Cordelia, die nicht zu den Vorkämpferinnen der Frauenemanzipation gerechnet wurde, sich immer entschiedener für die weibliche Eigenständigkeit, für die Rechte der Frau in der Ehe und für die gleiche Entlohnung von Frauenarbeit engagierte. Ein besonderes Anliegen war ihr die Einführung des Frauenwahlrechts. Für diese Ziele trat sie indirekt, aber konstant und spürbar durch die Darstellung ihrer Romanfiguren ein.



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