: Privatisierung in Moçambique

Privatisierung in Moçambique

Der Aufbau einer kapitalistischen Marktwirtschaft

SOCIALIA – Studienreihe soziologische Forschungsergebnisse, Band 33

Hamburg 1999, 288 Seiten
ISBN 978-3-8300-0026-6

Institutionen, Korruption, Mosambik, Privatisierung, Property Right, Soziologie, Systemtransformation, Systemwandel, Transaktionskosten

Zum Inhalt

Der Autor versucht zu zeigen, dass die Analyse institutioneller bzw. außerökonomischer Faktoren einen Beitrag zur Erklärung wirtschaftlicher Entwicklung leisten kann. Sein Buch basiert auf einem anspruchsvollen theoretischen Design (neoinstitutionalistische Ansätze). Empirisch sind die Ergebnisse Resultat einer Fragebogenuntersuchung, von Sekundäranalysen, aber auch intensiven Gesprächen mit Regierungs- und Verbandsvertretern sowie Unternehmen.

Die Privatisierung ökonomischer Aktivitäten in Moçambique ist als Modifikation der Verfügung über Handlungsrechte, mithin „property rights“ zu verstehen. Wirtschaftspolitisch unterstützt dies den Prozess der Bildung von Institutionen kapitalistischer Marktwirtschaft, ein Prozess, der darauf abzielt, gesellschaftliche und wirtschaftliche Stabilität herzustellen und Entwicklungen anzuregen. Zwei Ebenen der Betrachtung ergeben sich daraus, nämlich eine allgemeingesellschaftliche, die die „Vertragskosten“ des Umbaus für die gesamte Gesellschaft in den Blick nimmt und die individuelle Ebene, auf der die Strategien des Umgangs mit dem Kostenproblem für die individuellen Akteure relevant werden. Wird auf der ersten Ebene „Institutionenbildung“ untersucht, so werden auf der zweiten Ebene die Handlungsstrategien Korruption, Zauberei und Ahnenkult in Augenschein genommen.

Korruption, Zauberei und Ahnenkult bilden jenes soziokulturelle Reservoir, mit dessen Hilfe den neuen Anforderungen an wirtschaftliche Transaktionen, privat, individuell und eigenverantwortlich zu handeln, begegnet werden kann. Das Buch unterstützt unter anderem die Argumentation über die soziokulturelle Einbettung wirtschaftlicher Aktivitäten und die Retraditionalisierung von Handlungsstrategien im Transformationsprozess. Der Autor vertritt die These, dass die positive Wirkung der Privatisierung nicht als direktes Ergebnisse der Transformation von Handlungsrechten zu betrachten ist, sondern vielmehr als ein aggregierter Effekt der individuellen Rationalität privatwirtschaftlicher Akteure unter Berücksichtigung von Privatisierungspolitik und der Transformation von Handlungsrechten.



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