In Kürze lieferbar
Dissertation: Gesundheit und Organisation – Die Polizei im Spannungsverhältnis zwischen Mitarbeiterverantwortung und Aufgabenwahrnehmung

Gesundheit und Organisation –
Die Polizei im Spannungsverhältnis zwischen Mitarbeiterverantwortung und Aufgabenwahrnehmung

SOCIALIA – Studienreihe soziologische Forschungsergebnisse, Band 154

Hamburg 2019, 406 Seiten
ISBN 978-3-339-11324-5 (Print), ISBN 978-3-339-11325-2 (eBook)

Aufgabenwahrnehmung, Bürokratisierung, Bundespolizei, Einzelfallstudie, Gesundheitsmanagement, Grounded Theory, Mitarbeiterverantwortung, Neoinstitutionalismus, Organisationssoziologie, Polizei, Professionsforschung, Sozialwissenschaft, Soziologie

Zum Inhalt

deutsch | english

Angesichts der Herausforderungen, die sich aufgrund des demografischen Wandels für die Arbeitswelt ergeben, ist Gesundheit mittlerweile auch ein wichtiges Thema für Polizeiorganisationen geworden. Durch die Entwicklung gesundheitsförderlicher Strukturen und Prozesse und deren Integration in den behördlichen Alltag soll die Leistungs- und Einsatzfähigkeit der Beschäftigten gestärkt werden. Vor diesem Hintergrund sind die - inzwischen viel diskutierten - Versuche der Implementierung eines Gesundheitsmanagements in die polizeiliche Behördenorganisation zu sehen.

Im Mittelpunkt der Studie steht die organisationssoziologische Analyse dieses Implementationsprozesses. Es soll gezeigt werden, wie eine Polizeibehörde als spezifischer Teil der öffentlichen Verwaltung handelt, wenn sie mit einer neuen Anforderung konfrontiert wird. Die Einführung und Umsetzung eines Gesundheitsmanagements in die Behördenorganisation der deutschen Bundespolizei stellt solch einen Anlass dar. Übergreifendes Ziel der Analyse ist es, die innerbehördliche Funktionsweise von Polizeiorganisationen unter Reformdruck besser zu verstehen und zu erklären. Die zentrale erkenntnisleitende Frage lautet: „Wie “tickt“ die Bundespolizei, wenn Gesundheitsmanagement als ein neues, innovatives Organisationsthema an sie herangetragen wird?“

Diese Leitfrage wird empirisch mit Hilfe eines qualitativ-interpretativen Forschungsansatzes beantwortet, der einen Einblick in das spezifische Innenleben einer der größten deutschen Polizeiorganisationen vermitteln soll. Kontextfaktoren, wie die Spezifik von Polizeiorganisationen, Hintergrundwissen zum Thema Gesundheitsmanagement, organisationstheoretische Modelle und Grundlagen beeinflussen als sensibilisierende Konzepte die empirische Studie. Anhand von teilnehmender Beobachtung (als Zugang zum Forschungsfeld) und problemzentrierten Interviews (als Methode der Datenerhebung) wird untersucht, welche Faktoren handlungsleitend für die Funktionsweise der Bundespolizei in Bezug auf die Implementierung von Gesundheitsmanagement sind und wie die Behörde mit dem Thema umgeht. Die Auswertung erfolgt durch Rückgriff auf einige Grundlagen und Prozeduren der Grounded Theory und zielt auf die Rekonstruktion von behördlichen Handlungs- und Gestaltungsweisen.

Damit sollte es gelungen sein, sich der Organisationswirklichkeit der Bundespolizei im Kontext der Implementierung eines Gesundheitsmanagements so weit wie möglich anzunähern. “Unbeständigkeit des Behördenhandelns“ als Interpretation des Behördenhandelns unter Reformdruck spielt eine zentrale Rolle im Organisationsgeschehen der Bundespolizei und wird als organisationale Erfahrung, als Teil behördlicher Handlungslogiken und als Ausdruck individueller Einflussnahme und fehlender Veränderungsbereitschaft behördlicher Akteure identifiziert.



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben