Dissertation: Gottfried von Weißeneck, Bischof von Passau (1342–1362)

Gottfried von Weißeneck, Bischof von Passau (1342–1362)

Studien zur Geschichtsforschung des Mittelalters, Band 38

Hamburg 2019, 386 Seiten
ISBN 978-3-339-11076-3 (Print), ISBN 978-3-339-11077-0 (eBook)

Abteiland, Bayerische Landesgeschichte, Bischof von Passau, Bistum Passau, Diözese Passau, Fürstbischof von Passau, Geschichtswissenschaft, Gottfried von Weißeneck, Hochstift Passau, Mittelalterliche Geschichte, Ostbaiern, Ostbayern, Regesten

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Die Regierungszeit des Passauer Bischofs Gottfried von Weißeneck (1342-1362) liefert nicht nur neue Erkenntnisse für die unmittelbare Lokal- und Regionalgeschichte der Dreiflüssestadt Passau, sondern deckt einen weiteren Horizont ab: Zum einen erstreckte sich der Zuständigkeitsbereich der damaligen Bischöfe weit über das Stadtgebiet hinaus; zum anderen lassen sich anhand eines regionalgeschichtlichen Gegenstands auch einige grundsätzliche Fragen beantworten. Genau wie die anderen hoch- und spätmittelalterlichen Bischöfe des römisch-deutschen Reiches hatte Gottfried von Weißeneck eine Doppelfunktion. Als Landesherr übte er die weltliche Herrschaft in seinem Fürstentum, dem Passauer Hochstift („Abteiland“), aus; als geistlicher Oberhirte war er verantwortlich für das Seelenheil der Menschen im Bistum Passau, das eines der größten im Reich war und entlang der Donau von der Isarmündung bei Deggendorf bis zur ungarischen Grenze jenseits von Wien reichte.

Die überlieferten Quellen gewähren umfassende Einblicke in die Verwaltungsroutine eines Bischofs in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Zugleich wird aber auch die zentrale geopolitische Stellung von Stadt und Hochstift deutlich: Passau lag im Schnittpunkt zwischen dem Herzogtum Bayern, dem Herzogtum Österreich und dem Königreich Böhmen – und damit der Territorien der drei wichtigsten Fürstenfamilien des Spätmittelalters. Passau wurde deshalb immer wieder für Fürstentreffen zwischen Wittelsbachern, Habsburgern und Luxemburgern genutzt; Bischof Gottfried präsentierte sich bei diesen Gelegenheiten als fähiger Gastgeber, der der logistischen Herausforderung solcher Veranstaltungen durchaus gewachsen war. Besonders eng war seine politische Beziehung zum habsburgischen Herzog Rudolf IV. (1358-1365), den er (wenn auch vermutlich unbewusst) bei der Verbreitung der österreichischen Freiheitsbriefe („Privilegium Maius“) unterstützte.

Die übersichtlich strukturierte und gut lesbare Arbeit wird ergänzt durch über 500 Regesten, die zur weiteren Erforschung angrenzender Themenkomplexe einladen.



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