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Dissertation: „Her grefwe Bengts sekreterare“ – Balthasar Ehrenstolpe als diplomatischer Grenzgänger am schwedischen Hof (1689–1702)

„Her grefwe Bengts sekreterare“ – Balthasar Ehrenstolpe als diplomatischer Grenzgänger am schwedischen Hof (1689–1702)

Schriftenreihe der David-Mevius-Gesellschaft, Band 13

Hamburg 2019, 344 Seiten
ISBN 978-3-339-11066-4 (Print), ISBN 978-3-339-11067-1 (eBook)

Balthasar Ehrenstolpe, Bengt Gabrielson Ixenstierna, Diplomatiegeschichte, Friedrich Wilhelm Leopold von Horn, Geschichte, Nordeuropa, Schwedisch-Pommern, Skandinavien

Zum Inhalt

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Die Autorin stellt mit Balthasar Ehrenstolpe (1654-1734) einen gebürtigen Stralsunder in den Mittelpunkt der Untersuchung, der wie viele andere Norddeutsche im Laufe des 17. Jahrhunderts in schwedische Dienste trat. Schweden war zu diesem Zeitpunkt europäische Großmacht und rekrutierte das dringend benötigte Personal für den diplomatischen Bereich häufig aus seinen neuen Besitztümern im süd-südwestlichen Ostseeraum.

Ehrenstolpes Karriereweg führte ihn aus der Stralsunder Bürgerschicht in die königliche Kanzlei Schwedens in Stockholm. Dort arbeitete er von 1681 bis 1702 als Sekretär für den Kanzleipräsidenten Bengt Oxenstierna, der die außenpolitischen Geschicke Schwedens mitbestimmte. Mit Ehrenstolpe steht ein diplomatischer Akteur im Vordergrund, der außer Oxenstierna auch norddeutschen Herzögen diente und um ein umfassendes Netzwerk verfügte. Zu diesem gehörte auch der frühere schwedische Gesandte und spätere mecklenburgische Regierungspräsident Friedrich Wilhelm von Horn, dessen Wirken eng mit Ehrenstolpe verbunden war. Die Korrespondenz der beiden bildete die hauptsächliche Quellengrundlage.

Den ersten inhaltlichen Schwerpunkt bilden Ehrenstolpes Tätigkeit für Oxenstierna, sein Wirken für und mit Friedrich Wilhelm von Horn sowie seine zeitweilig zeitgleichen Dienste für den Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf und für den Herzog von Mecklenburg-Schwerin. Hinterfragt werden dabei Ehrenstolpes Handlungsräume und das bestehende Konfliktpotenzial der Mehrfachtätigkeit. Auch sein Netzwerk wird rekonstruiert.

Der zweite Schwerpunkt der Abhandlung liegt auf den Sichtweisen und Beschreibungen Ehrenstolpes im Rahmen der schriftlichen Kommunikation. So wird auf seine Darstellung zeremonieller Großereignisse und politischer Konkurrenten eingegangen. Die Chiffrierungsarten der Briefe und ihre Wichtigkeit finden ebenfalls Betrachtung. Den Abschluss bildet der Blick auf Ehrenstolpes Selbstdarstellung – bezogen auf Herkunft, Dienst und Gefühlswelt.

In allen Bereichen zeigt sich Ehrenstolpe als diplomatischer Grenzgänger.



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