Dissertation: Dropout im weiblichen Kunstturnen

Dropout im weiblichen Kunstturnen

Eine multimethodische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Bedeutung des sozialen Umfelds

Schriften zur Sportpsychologie, Band 23

Hamburg 2019, 190 Seiten
ISBN 978-3-339-11058-9 (Print), ISBN 978-3-339-11059-6 (eBook)

Dropout, Elternverhalten, Karriereabbruch, Kunstturnen, Leistungssport, Nachwuchstraining, Psychologie, Soziales Umfeld, Sozialpsychologie, Sportmotivation, Sportpsychologie, Sportwissenschaft, Trainer-Athleten-Beziehung, Trainerverhalten, Turnen

Zum Inhalt

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Der Ausstieg talentierter Athleten stellt eines der zentralen Probleme der Nachwuchsförderung im Leistungssport dar. Untersuchungen zum Dropout im weiblichen Kunstturnen geben vor allem Hinweise auf psychosoziale Ursachenfaktoren. Das Ziel der vorliegenden Studie war, neben einer epidemiologischen Betrachtung des Dropouts im weiblichen Kunstturnen, die Möglichkeit einer frühzeitigen Vorhersage von Dropout-Fällen zu prüfen. Dafür wurden in einer prospektiv quantitativ ausgerichteten Analyse, neben körperlichen und leistungs¬bezogenen Daten, psychosoziale Faktoren, insbesondere die Rolle des sozialen Umfelds, genauer betrachtet. An der Studie nahmen 102 Kunstturnerinnen teil (Alter zu Studienbeginn M = 10.78, SD = 1.75). Außerdem wurden in einer qualitativ retrospektiven Analyse die aufgetretenen Dropout-Fälle differenzierter analysiert, um die Bedingungen und Gründe der Karrierebeendigungen besser verstehen und darauf aufbauend Maßnahmen zur Prävention von Dropouts ableiten zu können.

In einem Beobachtungszeitraum von 15 Monaten ergab sich bei den untersuchten Nachwuchsturnerinnen eine Dropout-Quote von 29.4% und die ausgestiegenen Turnerinnen können verschiedenen Dropout-Typen zugeordnet werden. Es kann hierbei zwischen vollständigen Ausstiegen und Ausstiegen aus dem Leistungssport sowie dem Grad der Selbstbestimmtheit unterschieden werden. In der quantitativen Analyse zeigen sich zwischen den ausgestiegenen und aktiven Turnerinnen Unterschiede bezüglich leistungsbezogener Daten. Keine Unterscheide liegen bei den Daten zum sozialen Umfeld und den anthropometrischen Daten vor. Bei der Betrachtung aller Variablen im Rahmen einer Regressionsanalyse kann dagegen als Prädiktor für einen Ausstieg aus dem Kunstturnen neben dem Wettkampfergebnis am Schwebebalken auch die Athletinnen-Trainer-Beziehung identifiziert werden. In der qualitativen Analyse zeigt sich, dass im weiblichen Kunstturnen alle Beteiligten schwierigen Bedingungen ausgesetzt sind und zahlreiche Faktoren Einfluss auf Dropout-Ereignisse haben können. Welche Variablen tatsächlich einen Dropout auslösen, hängt einerseits von der Wahrnehmung der Turnerinnen ab, andererseits davon, ob es sich um selbstbestimmte oder fremdbestimmte Dropouts handelt. Die sportliche Leistungsfähigkeit spielt insbesondere bei fremdbestimmten Dropouts eine große Rolle. Die Gründe für selbstbestimmte Dropouts erscheinen vielfältiger. Am häufigsten wurden hier Probleme im Bereich der Athletin-Trainer-Beziehung genannt.



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