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Doktorarbeit: Politische Partizipation von Migranten in Europa

Politische Partizipation von Migranten in Europa

Studien zur Migrationsforschung, Band 19

Hamburg 2019, 398 Seiten
ISBN 978-3-339-11054-1 (Print), ISBN 978-3-339-11055-8 (eBook)

Einbürgerung, Europa, Europäische Union, Integration, Migranten, Migration, Migrationsgeschichte, Nationenkonzept, Politikwissenschaft, Politische Integration, Politische Partizipation, Religiösität, Soziologie, Staatsbügerschaft

Zum Inhalt

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Bürger in demokratischen Staaten können durch politische Partizipation individuelle oder kollektive Interessen artikulieren und so politische Entscheidungen beeinflussen. Durch die Abgabe der Stimme bei nationalen Wahlen kann jeder wahlberechtige Bürger die Gestaltung der Politik mitbestimmen. Migranten können diese Möglichkeit nur nutzen, wenn sie durch Einbürgerung die Staatsangehörigkeit des Aufnahmelandes angenommen haben. Neben dem Gang zur Wahlurne stehen weitere Formen der politischen Partizipation zur Verfügung, für die die Staatsbürgerschaft kein Kriterium darstellt. Bisherige Forschungsergebnisse diagnostizieren der Bevölkerung mit Migrationshintergrund eine geringere Bereitschaft, an der politischen Mitbestimmung in den Aufnahmeländern zu partizipieren.

Daher wird die Wirkung des Migrationshintergrundes auf verschiedene Formen der politischen Partizipation beleuchtet und weitere Determinanten der politischen Partizipation von Migranten identifiziert. Aus diesen Determinanten wird ein Erklärungsmodell der politischen Partizipation von Migranten entwickelt und empirisch getestet. Politische Partizipation wird nicht alleine durch individuelle Merkmale ausgelöst, sondern ebenfalls durch Determinanten auf der Ebene von Staaten beeinflusst. Um diesen Einfluss zu prüfen sowie die Ergebnisse der vorgelagerten bivariaten Analysen zu validieren, werden die theoretisch identifizierten Determinanten der Mikro- und der Makroebene des entwickelten Erklärungsmodells simultan in Mehrebenenmodellen getestet. In einer Sekundäranalyse wird das Partizipationsverhalten von ca. 130.000 Befragten in 15 europäischen Staaten in sieben Partizipationsformen untersucht. Die autochthone Bevölkerung dient als Kontrollgruppe. In den bivariaten Analysen hat sich angedeutet, dass der Migrationshintergrund die politische Partizipation nicht durchgängig negativ beeinflusst, sondern Differenzen zwischen den untersuchten Partizipationsformen sowie den gebildeten Subgruppen des Migrationshintergrundes zu beobachten sind. Dies wurde durch die Mehrebenenmodelle bestätigt. Die in der Literatur beschriebene geringere Partizipationsbereitschaft der allochthonen Bevölkerung ist nicht in allen Formen der politischen Partizipation sowie nicht in allen Subgruppen des Migrationshintergrundes vorhanden. Die Analysen der sieben Partizipationsformen und der gebildeten Subgruppen des Migrationshintergrundes liefern ein differenziertes Bild. Die Wirkung differiert zwischen den Partizipationsformen sowie zwischen den Subgruppen.



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