Dissertation: Honorarberatung im Gewerberecht

Honorarberatung im Gewerberecht

Studien zur Rechtswissenschaft, Band 432

Hamburg 2019, 318 Seiten
ISBN 978-3-339-10930-9 (Print), ISBN 978-3-339-10931-6 (eBook)

Finanzdienstleistungsbranche, Gewerbeordnung, Gewerberecht, Honorarberater, Honorarberatung, Independent advisor, Interessenkonflikte, MIFID II, Principal-Agent-Theory, Provisionen, Rechtswissenschaft, Vergütungsanreize, Vergütungssysteme, Wertpapierhandelsgesetz, Wirtschaftswissenschaft, § 34d Abs. 2 GewO, § 34h GewO, § 34i Abs. 5 GewO

Zum Inhalt

Bereits zehn Jahre sind seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 vergangen. Viele Akteure trugen damals Mitschuld an dieser Krise. So auch die Finanzierungsberater, die vielen Kunden zu ungeeigneten Krediten geraten hatten, oder die Anlageberater, die den Anlegern ungeeignete Wertpapiere zum Kauf empfohlen hatten. Die Falschberatungen wurden oftmals dadurch begünstigt, dass die Berater auf Provisionsbasis vom Produktanbieter vergütet wurden, was dazu führte, dass die Interessen der Kunden in den Hintergrund rückten und die Berater versuchten, so viele Produkte wie möglich – zu den höchstmöglichen Provisionen – zu vermitteln. Infolgedessen sah sich der Gesetzgeber gezwungen regulatorisch einzugreifen, um den systemimmanenten Interessenkonflikt zu lösen, der aufgrund provisionsbasierter Vergütungsstrukturen erwächst. Der Gesetzgeber hat sich für einen Systemwandel im Vergütungssystem – Beratung gegen ein Honorar vom Kunden – in der Finanzdienstleistungsbranche und eine Professionalisierung der Beratungsdienstleistung entschieden und spezifische Normen für bestimmte Honorartätigkeiten je nach Produktbereich im Gewerberecht erlassen. Die einzelnen Regelungstatbestände der Honorarberater im Gewerberecht weisen jedoch einige Unterschiede auf, insbesondere in Bezug auf den Umgang mit Provisionen. Die Heterogenität der unterschiedlichen Honorarberatertätigkeiten im Gewerberecht und deren Folgen wurden durch die Autorin wissenschaftlich herausgearbeitet. Generelle Zielsetzung der wissenschaftlichen Abhandlung war die Analyse, ob die Honorarberatung in ihrer aktuellen Ausgestaltung unter rechtlichen und ökonomischen Gesichtspunkten Falschberatung überhaupt verhüten kann. Ferner wurde als Alternative zur Honorarberatung das Verbot einer provisionsbasierten Beratung, wie es z. B. in Großbritannien erlassen wurde, untersucht. Zusätzlich wurden Hemmnisse offengelegt, die eine erfolgreiche Etablierung der Honorarberatung bisher verhindert haben und Erfolgsfaktoren ermittelt, die die Akzeptanz der Honorarberatung bei den Verbrauchern steigern könnten.



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