Dissertation: Implikationen aus der Gestaltung von Beteiligungsverträgen für die Bilanzierung nach IFRS

Implikationen aus der Gestaltung von Beteiligungsverträgen für die Bilanzierung nach IFRS

Eine Analyse am Beispiel von Investmentgesellschaften unter besonderer Berücksichtigung von Beteiligungen an Tochterunternehmen

Internationale Rechnungslegung, Band 51

Hamburg 2019, 320 Seiten
ISBN 978-3-339-10608-7 (Print), ISBN 978-3-339-10609-4 (eBook)

Beteiligungsbewertung, Beteiligungsbilanzierung, Beteiligungsunternehmen, Beteiligungsvertrag, Fair Value, IFRS 10, IFRS 13, Investition, Investmentgesellschaften, Konsolidierung, Konsolidierungsverbot, Tochterunternehmen, Zeitwertbewertung

Zum Inhalt

Mit der Veröffentlichung des Investment Entities: Applying the Consolidation Exception (Amendments to IFRS 10, IFRS 12 and IAS 28) schuf das IASB eine branchenspezifische Regelung, die Investmentgesellschaften die Konsolidierung ihrer Tochterunternehmen untersagt und stattdessen eine Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert nach IFRS 9 vorsieht. Damit weitete das IASB das bestehende Wahlrecht des IAS 28 aus, das Venture Capital Gesellschaften und ähnlichen Unternehmen eine Zeitwertbilanzierung von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen ermöglichte. Das IASB orientiert sich an der wirtschaftlichen Steuerung und vertritt die Auffassung, dass der beizulegende Zeitwert den Adressaten entscheidungsnützlichere Informationen zur Verfügung stelle als die Konsolidierung (IFRS 10.BC303).

Ein wesentlicher Vorteil liegt in den vereinfachten Anforderungen. Dadurch entfällt die bei Unternehmenszusammenschlüssen notwendige Kaufpreisallokation, Zuweisung des Geschäfts- oder Firmenwerts, regelmäßige Durchführung von Wertminderungstests, die Bilanzierung von Änderungen des Anteils- und Beherrschungsverhältnisses und das damit einhergehende Recycling von OCI-Reserven. Zudem liefert der beizulegende Zeitwert den Adressaten den höchsten Informationsnutzen, da er sich am Geschäftsmodell und der Performance orientiert. Das Fehlen aktiver Märkte, die begrenzte Verfügbarkeit historischer Daten, die unzureichende Stabilität in der Unternehmensentwicklung und der Mangel an Vergleichsunternehmen erschweren eine verlässliche Bewertung. Darüber hinaus ist die Beziehung zwischen Investmentgesellschaft und Beteiligungsunternehmen durch Unsicherheiten geprägt, die durch Beteiligungsverträge gesteuert werden. Sie gewähren der Investmentgesellschaft Cashflow- und Kontrollrechte, die von den gewöhnlichen Rechten eines Gesellschafters abweichen. Die vertraglichen Rechte werden in der Untersuchung systematisch anhand ihrer wirtschaftlichen und rechtlichen Gestaltung analysiert. Sie können den beizulegenden Zeitwert der Investition beeinflussen, die Verfügungsmacht verschieben und die Konsolidierungsentscheidung implizit beeinflussen. Insofern sind sie zwingend bei der Zeitwertermittlung zu berücksichtigen; jedoch nur in dem Maße, in dem dies ein hypothetischer Marktteilnehmer tun würde. Welche Möglichkeiten und Grenzen dadurch für die Bewertung nach IFRS 13 entstehen wird in der Abhandlung diskutiert.



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