Dissertation: Schöner Ort – schöner Mord? Die Region als konstitutives Element im aktuellen deutschsprachigen Regionalkrimi

Schöner Ort – schöner Mord?
Die Region als konstitutives Element im aktuellen deutschsprachigen Regionalkrimi

POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 155

Hamburg 2018, 324 Seiten
ISBN 978-3-339-10060-3

Allgäu, Friesland, Gisa Pauly, Klaus-Peter Wolf, Kriminalroman, Literaturtourismus, Literaturwissenschaft, Michael Kobr, Mord, Nele Neuhaus, Ostfriesland, Regionalkrimi, Schauplatz, Sylt, Taunus, Volker Klüpfel

Zum Inhalt

In Buchhandlungen, im Fernsehen und auf unseren Nachttischen ist er omnipräsent: der Regionalkrimi. Anders lassen sich die Verkaufszahlen, Einschaltquoten und Plätze in den Bestsellerlisten kaum erklären. In die literaturwissenschaftliche Forschung hat er bislang allerdings kaum Eingang gefunden.

Wie der Begriff ‘Regionalkrimi‘ deutlich macht, kommt der Region in diesem Subgenre des Kriminalromans entscheidende Bedeutung zu, sie ist nicht bloß Kulisse, in der die Handlung angesiedelt ist. Vielmehr stellt sie die unmittelbare Verbindung zwischen Fiktion und Realität dar. Die Arbeit geht daher der Frage nach, wie die Region als konstitutives Element im aktuellen deutschsprachigen Regionalkrimi konstruiert und ausdifferenziert wird und welche Funktionen ihr zukommen. Betrachtet werden dazu die Regionalkrimireihen von Klaus-Peter Wolf (Ostfriesland-Krimis), dem Autoren-Duo Volker Klüpfel und Michael Kobr (Allgäu-Krimis), Gisa Pauly (Sylt-Krimis) und Nele Neuhaus (Taunus-Krimis). Die Arbeit versteht Region als komplexes topografisches, soziales und gesellschaftliches Gebilde, in dem Figuren und Handlung zusammenlaufen. So stehen neben den Landschaftsbeschreibungen die Verortung der Verbrechen in der Region, das Verhältnis der auftretenden Figuren zur Region sowie die Darstellung spezifischer Kulturtechniken im Zentrum der Analyse. Auch die Rezeption der Regionalkrimis gerät in den Fokus und so wird nach der Bedeutung der Krimireihen für die jeweilige Region geforscht. Exemplarisch für die Ostfriesland-Krimis belegen Interviews die aufgestellten Thesen.

Die der Analyse vorangestellten Kapitel zeichnen zunächst die Entwicklung vom Krimi – in Bezug auf die Medien Buch und Fernsehen – zum Regionalkrimi in Deutschland nach und diskutieren die Gründe für dessen Popularität. Außerdem werden die konstitutiven Elemente des Regionalkrimis erörtert, um die Rolle der Region als konstitutives Element zu festigen. Das Kapitel zu den literarischen Topografien erläutert schließlich, welche Funktion der Handlungsort im Allgemeinen in fiktionaler Literatur und im Speziellen im Kriminalroman erfüllt.



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